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Tcr Schatz.
Zehnter Austritt.Anselmo.
Da muß ich nun unter freyem Himmel warten 6 Es istgut, daß die Straße ein wenig abgelegen ist, und daß mich diewenigsten mehr kennen werden. Aber gleichwohl darf ich dieAugen nicht sehr von meinem Koffer verwenden. Ich dächte, ichsetzte mich darauf.--Bald, bald werde ich nun wohl ruhi-ger sitzen können. Ich habe mir es sauer genug werden lassen,und Gefahr genug ausgestanden, daß ich mir schon mit gutemGewissen meine letzten Tage zu Rast- und Frcudentagcn ma-chen kann. — — Ja gewiß, das sollen sie werden. Und werwird mir es verdenke»? Wenn ich es nur ganz obenhin über-schlage, so besitze ich doch — (er spricht die letzten Worte immer sach-ter und sachter, bis er zuletzt in bloßen Gedanken an Fingern zahlt.)
Eilftcr Auftritt.Raps, in einer fremden und seltsamen Kleidung. Anselmo.
Raps. Man muß allerley Personen spielen können. Denmöchte ich doch sehen, der in diesem Auszüge den Trommelschlä-ger Raps erkennen sollte? Ich seh aus, ich weiß selber nichtwie; und soll — — ich weiß selber nicht was? Eine närrischeKommission! Närrisch immerhin; genug, daß man mich bezahlt.
--Hier in dieser Gasse, hat mir Stalcno gesagt, soll ich
meinen Mann nur aufsuchen. Er wohnt nicht weit von seinemvorigen Hause; und das ist ja sein voriges Haus.
Anselmo. Was ist das für ein Gcspcnstc?
Raps. Wie mich die Leute ansehen!
Anselmo. Diese Figur muß in das Geschlecht der Piltzegehören. Der Hut reicht auf allen Seiten eine halbe Elle überden Körper.
Raps. Guter Vater, der ihr mich so anguckt, seyd ihr
weniger fremd hier, wie ich?--Er will nicht hören.--
Mein Herr, der Sie auf dem Koffer hier sitzen, könnten Siemich wohl allenfalls zu rechte weisen? Ich suche einen jungenMenschen, Namcs Lclio; und einen Kahlkopf von Ihrer Gat-tung, Namens Philto.