Der Schatz.
49.?
Anselmo. Lelio? Philto? — (bey Seite) So heißt ja meinSohn, und mein alter guter Freund.--
Raps. Wenn Sie mir die Wohnung dieser Leute zeigenkönnen, so werden Sie bey einem Manne Dank verdienen, dernicht ermangeln wird, Ihre Höflichkeit an allen vier Enden derWelt auszuposaunen; bey einem Reisenden, der siebenmal rundum die Welt gcrciset ist: einmal zu Schiffe, zwcymal auf dergeschwinden Post, und viermal zu Fuße.
Anselmo. Darf ich nicht wissen, mein Herr, wer Sie sind?wie Sie heißen? von wannen Sie kommen? was Sie bey ge-nannten Personen zu suchen haben?
Raps. Das heißt sehr viel auf einmal fragen. Woraufsoll ich nun zuerst antworten? Wenn Sie mich jedes insbeson-dere, mit der gehörigen Art, fragen wollten, so möchte ich viel-leicht darauf Bescheid ertheilen. Denn ich bin gesprächig, meinHerr, sehr gesprächig. — — (bey Seite) Ich kann wenigstensmeine Rolle mit ihm Probiren.
Anselmo. Nun wohl, mein Herr; lassen Sie uns bey demKürzesten anfangen. Wie ist Ihr Name?
Raps. Bey dem Kürzesten? Mein Name? Gefehlt! weitgefehlt!
Anselmo. Wie so?
Raps. Za, mein guter, lieber, alter Herr, ich muß Ihnen
nur sagen,--geben Sie wohl Achtung: — — — Wenn
Sie ganz früh, ganz früh, so bald der Tag anfängt zu grauen,von meinem ersten Namen ausgehen, und gehen und gehen,so stark, wie Sie nur können: so wette ich, daß die Sonnedoch schon untergegangen seyn wird, ehe Sie nur den Anfangs-buchstaben von meinem letzten Namen zu sehen bekommen.
Anselmo. Ey! so brauchte man ja wohl gar eine Laterneund einen Schnappsack zu Ihrem Namen?
Raps. Nicht anders.
Anselmo. (bey Seite) Der Kerl redt! — Aber was wollenSie denn bey dem jungen Lelio, und bey dem alten Philto?Ohne Zweifel stehen Sie mit dem erstem in Verkehr? Leliosoll ein großer Kaufmann seyn. ,