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Der Schatz.
Raps. Ein großer Kaufmann? das ich nicht wüßte! Nein,mein Herr; ich habe bloß ein Paar Briefe bey ihm abzugeben.
Anselmo. Ha! ha! Avisobriefe vielleicht von Waaren, diean ihn abgegangen sind, oder so etwas.
Raps. Nicht so etwas. — Es sind Briefe, die mir seinVater an ihn mitgegeben hat.
Anselmo. Wer?
Raps. Sein Barer.
Anselmo. Des Lclio Vater?
Raps. Za, des Lclio Vater, der jetzt in der Fremde ist.--Er ist mein guter Freund.
Anselmo. (bey Seite) Zc! das ist ja gar, mit Ehren zu mel-den, ein Bctricgcr. Warte, dich will ich kriegen. Ich soll ihmBriefe an meinen Sohn gegeben haben?
Raps. Was meynen Sie, mein Herr?
Anselmo. Nichts. — — Und so kennen Sie wohl denVater des Lclio?
Raps. Wenn ich ihn nicht kennte, würde ich wohl Briefean seinen Sohn Lelio, und Briefe an seinen Freund Philto
von ihm haben?--Da, mein Herr, hier sehen Sie beide.
— -— Er ist mein Herzensfreund.
Anselmo. Ihr Herzensfreund? — — Und wo war erdenn, dieser Ihr Herzensfreund, als er Ihnen die Briefe gab?
Raps. Er war — — er war — — bey guter Ge-sundheit.
Anselmo. Das ist mir von Herzen lieb. Aber wo warer denn? wo?
Raps. Mein Herr, er war — — auf der Küste vonPaphlagonicn.
Anselmo. Das gesteh ich! — — Daß Sie ihn kennen,haben Sie mir schon gesagt; aber es versteht sich doch wohl,von Person?
Raps. Freylich von Person. — — Habe ich denn nicht somanche Flasche Kapwcin mit ihm ausgcstochcn? und zwar ausdem Orte, wo er wächst. — Sie wissen wohl, mein Herr,auf dem Vorgebirge Kapua, wo sich in dem drcyßigjährigcnKriege Hannibal so voll soff, daß cr nicht vor Rom gchcn konnte.