602
Der Schatz.
soll ich ihn anders nennen? Sein Vater war der alte Ansclmo.Das war ein garstiger, geiziger Mann, der nie genug kriegenkonnte. Er reiscte vor vielen Jahren hier weg; Gott weiß,wohin? Unterdessen, daß er sichs in der Fremde sauer werdenläßt, oder wohl gar darüber schon ins Gras gebissen hat, istsein Sohn hier guter Dinge. Der wird zwar nun wohl auchallmählig auf die Hefen gekommen seyn; aber es ist schon recht.Ein Sammler will einen Zcrstrcucr haben. Das Häuschen,höre ich, hat er nun auch verkauft--
Anselmo. Was? verkauft?--Nun ists klar! Ach, du
verwünschter Maskarill! — Ach ich unglücklicher Vater! Dugottloser uilgcrathncr Sohn!
Der Präger. Ey! — Sie sind doch wohl nicht gar deralte Ansclmo selber? Nehmen Sie mirs nicht übel, wenn Siees sind; ich habe Sie wirklich nicht gekannt. Sonst hätte iches wohl bleiben lassen, Sie einen garstigen, geizigen Mann zunennen. Es ist niemanden an die Stirne geschrieben, wer erist. Mögen Sie mich doch immerhin das Trinkgeld nicht ver-dienen lassen.
Anselmo. Zhr sollt es verdienen, guter Freund, Zhr solltes verdienen. Sagt mir nur geschwind: Ist es wirklich wahr,daß er das Haus verkauft hat? Und an wen hat er es verkauft?
Der Träger. Der alte Philto hats gekauft.
Anselmo. Philto? — O du ehrvcrgcßner Mann? Ist dasdeine Freundschaft? — Ich bin verrathen! Ich bin verloren! —Er wird mir nun alles leugnen. — —
Der Träger. Die Leute haben es ihm übel genug ausge-legt, daß er sich mit dem Kaufe abgegeben hat. Hat er nichtsollen in Ihrer Abwesenheit bey Ihrem Sohne gleichsam Vor-munds, Stelle vertreten? Ein schöner Vormund! das hieß jawohl den Bock zum Gärtner setzen. Er ist alle sein Lebtagefür einen eigennützigen Mann gehalten worden; und was ein
Rabe ist, das bleibt wohl ein Rabe.--Da eben seh ich
ihn kommen! Ich will gern mein Trinkgeld im Stiche lassen;die Leute sind gar zu wunderlich, wenn sie hören, daß mansie kennt, (geht ab)