Der Schatz.
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Funfzchntcr Auftritt.Anselmo. philto. (weiche aus dem Hause komme».)Anselmo. Nun! das ist wahr, Philto: cui gctrcurcr undklügrcr Freund, als du bist, muß in der Welt nicht zu findenseyn. Ich danke dir tausendmal, und wollte wünschen, daßich dir deine Dienste vergelten könnte.
Philro. Sie sind vergolten genug, wenn sie dir ange-nehm sind.
Anselmo Ich weiß es, daß du meinetwegen viel Verleum-dungen hast über dich müssen ergehen lassen.
Pbilto. Was wollen Verleumdungen sagen, wenn manbey sich überzeugt ist, daß man sie nicht verdient habe? Auchdie List, hoffe ich, wirst du gut finden, die ich wegen der Aus-steuer brauchen wollte.
Anselmo. Die List ist vortrefflich ersonnen: aber nur istes mir leid, daß aus der ganzen Sache nichts werden kann.
Pbilto. Nichts werden? Warum denn nicht? Gut, daßSie kommen, Herr Stalcno.
Sechzehnter Auftritt.Staleno. Anselmo. philto.
Staleno. So ist es doch wahr, daß Anselmo endlich wie-der da ist? Willkommen! willkommen!
Anselmo. Es ist mir lieb, einen alten guten Freund ge-sund wieder zu sehen. Aber es ist mir nicht lieb, daß daserste, was ich ihm sagen muß, eine abschläglichc Antwort seynsoll. Philto hat mir hintcrbracht, was für eine gute AbsichtIhr Mündel auf meine Tochter hat. Ohne ihn zu kennen,würde ich, bloß in Ansehung Ihrer, Za dazu sagen, wenn ichmeine Tochter nicht bereits versprochen hätte; und zwar an denSohn eines guten Freundes, der vor kurzem in Engcland ver-storben ist. Ich habe ihm noch auf seinem Todbcttc mein W»rtgeben müssen, daß ich seinen Sohn, welcher sich hier aufhaltensoll, auch zu dem mcinigen machen wolle. Er hat mir seinVerlangen so gar schriftlich hinterlassen, und es muß eine vonmeinen ersten Verrichtungen seyn, daß ich den jungen Leanderaufsuche, und ihm davon Nachricht gebe.