Minna von Bariihclm.
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(Ei» Zunge kömmt) Bring ein Gläßchcn; Herr Just will einGläßchcn haben; und was gutes!
Just. Mache Er sich keine Muhe, Herr Wirth. Der Tro-pfen soll zu Gift werden, den — Doch ich will nicht schwören;ich bin noch nüchtern.
Der Wirth, (zu dem Jungen, der eine Flasche Ligucur und einGlaß bringt) Gieb her; geh! — Nun, Herr Zust; was ganz vor-treffliches; stark, lieblich, gesund. (Er füllt, und reicht ihm zu)Das kann einen überwachten Magen wieder in Ordnung bringen!
Inst- Bald dürfte ich nicht!--Doch warum soll ich
meiner Gesundheit seine Grobheit entgelten lassen? — (Er nimmtund trinkt)
Der Wirth. Wohl bckomms, Herr Zust!
Just, (indem er das Gläschen wieder zurück giebt) Nicht Übel! —Aber Herr Wirth, Er ist doch ein Grobian!
Der Wirth. Nicht doch, nicht doch! — Geschwind nocheins; auf einem Beine ist nicht gut stehen.
Just, (nachdem er getrunken) Das muß ich sagen: gut, sehrgut! — Selbst gemacht, Herr Wirth? —
Der Wirth- Behüte! veritabler Danziger! echter, doppel-ter Lachs!
Just. Sieht Er, Herr Wirth; wenn ich heucheln könnte,so würde ich für so was heucheln; aber ich kann nicht; es mußraus — Er ist doch ein Grobian, Herr Wirth!
Der Wirth. Zn meinem Leben hat mir das noch niemandgesagt. — Noch eins, Herr Zust; aller guten Dinge sind drey!
Just. Meinetwegen! (Er trinkt) Gut Ding, wahrlich gutDing! — Aber auch die Wahrheit ist gut Ding. — Herr Wirth,Er ist doch ein Grobian!
Der Wirth. Wenn ich es wäre, würde ich das wohl somit anhören?
Just. O ja, denn selten hat ein Grobian Galle .
Der Wirth. Nicht noch eins, Herr Zust ? Eine vierfacheSchnur hält desto besser.
Just. Nein, zu viel ist zu viel! Und was hilfts Ihn, HerrWirth? Bis auf den letzten Tropfen in der Flasche würde ichbey meiner Rede bleiben. Pfuy, Herr Wirth; so guten Dan-