Minna von Barnhelm.
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Officicr ein würdiger Mann, und jeder Soldat ein ehrlicher,braver Kerl? Macht euch das Bißchen Friede schon so übermüthig?
Der Wirth. Was crcyfcrt Er sich nun, Herr Zust? —
Inst. Ich will mich ercyfcrn. — —
Dritter Auftritt.
v- Tellheim. Der Wirth. Just.V. Tellheim. (im Hcrcintrcten) Just!
Inst, (in der Mcvnung, daß ihn der Wirth nenne) Zust? — °)So bekannt sind wir? —v. Tellheim. Zust!
Iust. Ich dächte, ich wäre wohl Herr Zust für Ihn!
Der Wirth- (der den Major gewahr wird) St! st! Herr, Herr,Herr Zust — seh Er sich doch um; sein Herr--
v. Tcllheim. Zust, ich glaube, du zankst? Was habe ichdir befohlen?
Der Wirth. O, Zhro Gnaden! zanken? Da sey Gott vor!Zhr unterthänigster Knecht sollte sich unterstehen, mit einem,der die Gnade hat, Zhncn anzugehören, zu zanken?
Iust. Wenn ich ihm doch eins auf den Katzenbuckel ge-ben dürfte!--
Der Wirth. Es ist wahr, Herr Zust spricht für seinenHerrn, und ein wenig hitzig. Aber daran thut er recht; ich schätzeihn um so viel höher; ich liebe ihn darum. —
Iust. Daß ich ihm nicht die Zähne austrctcn soll!
Der Wirth. Nur Schade, daß er sich umsonst erhitzet.Denn ich bin gewiß versichert, daß Zhro Gnaden keine Un-gnade deswegen auf mich geworfen haben, weil — die Noth— mich nothwendig^) —
v. Tellheim. Schon zu viel, mein Herr! Zch bin Zhnenschuldig; Sie räumen mir, in mcmcr Abwesenheit, das Zim-mer aus; Sie müssen bezahlt werden; ich muß wo anders un-terzukommen suchen. Sehr natürlich!
Der Wirth. Wo anders? Sie wollen ausziehen, gnädiger
°) „Zust? fehlt den Ausgaben, steht aber in der Handschrift.°°) Das Wort „notwendig" ist erst in der Ausgabe von 1770 l'inzugckoiumcn,
Leslmgs Werke l,