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Miß Sara Sampson.
Dienst; hier, wo ich in bessern Zeiten die geschriebenen Schmci-chclcycn der Anbeter verbarg; für uns ein ebenso gewisses, abernur langsameres Gift. — Wenn es doch nur bestimmt wäre,in meinen Adern nicht allein zu toben! Wenn es doch einemUngetreuen — Was halte ich mich mit Wünschen auf? —Fort! Ich muß weder mich, noch sie zu sich selbst kommen las-sen. Der will sich nichts wagen, der sich mit kaltem Blutewagen will, (geht ab.)
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Fünfter Aufzug.
Erster Auftritt.
Das Zimmer der Sara.
Sara (schwach in einem Lehnstuhlc.) Betty.
Zöetty. Fühlen Sie nicht, Miß, daß Ihnen ein wenigbesser wird?
Sara. Besser, Bctty? — Wenn nur Mcllcfont wiederkommen wollte. Du hast doch nach ihm ausgeschickt?
Derty. Norton und der Wirth suchen ihn.
Sara. Norton ist ein guter Mensch, aber er ist hastig.Ich will durchaus nicht, daß er seinem Herrn meinetwegenGrobheiten sagen soll. Wie'er es selbst erzählte, so ist Mcllc-font ja an allem unschuldig. — Nicht wahr, Bctty, du hälftihn auch für unschuldig? — Sie kömmt ihm nach; was kanner dafür? Sie tobt, sie raset, sie will ihn ermorden. Siehstdu, Bctty? dicscr Gefahr habe ich ihn ausgesetzt. Wer sonstals ich? — Und endlich will die böse Marwood mich sehen,oder nicht eher nach London zurückkehren. Konnte er ihr dieseKleinigkeit abschlagen? Bin ich doch auch oft begierig gewesen,die Marwood zu sehen. Mcllcfont weiß wohl, daß wir neu-gierige Geschöpfe sind. Und wenn ich nicht selbst darauf ge-drungen hätte, daß sie bis zu seiner Zurückkunft bey mir ver-ziehen sollte, so würde er sie wieder mit weggenommen haben.Ich würde sie unter einem falschen Namen gesehen haben, ohnezu wissen, daß ich sie gesehen hätte. Und vielleicht würde mir