Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
91
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Philotas .

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riß! Er nannte mich: Kind! Auch sein König muß michfür ein Kind, für ein verzärteltes Kind halten. Zn was fürein Zelt hat er mich bringen lassen! Aufgeputzt, mit allen Be-quemlichkeiten versehen! Es muß einer von seinen Beyschläferin-nen gehören. Ein ekler Aufenthalt für einen Soldaten! Undanstatt bewacht zu werden, werde ich bedienet. HohnsprechendeHöflichkeit!

Zweyter Auftritt.Strato, philotas.Strato. Prinz

Philotas. Schon wieder ein Besuch? Alter, ich bin gern allein.

Strato. Prinz, ich komme auf Befehl des Königs

Philotas. Ich verstehe dich! Es ist wahr, ich bin deinesKönigs Gefangener, und es stehet bey ihm, wie er mir willbegegnen lassen Aber höre, wenn du der bist, dessen Minedu trägst bist du ein alter ehrlicher Kricgsmann, so nimmdich meiner an, und bitte den König, daß er mir als einemSoldaten, und nicht als einem Weibe begegnen lasse.

Straro- Er wird gleich bey dir seyn; ich komme, ihnzu melden.

Philotas . Der König bey mir? und du kömmst, ihn zumelden? Ich will nicht, daß er mir eine von den Erniedri-gungen erspare, die sich ein Gefangener muß gefallen lassen.Komm, führe mich zu ihm! Nach dem Schimpfe cutwafnct zuseyn, ist mir nichts mehr schimpflich.

Strato. Prinz, deine Bildung, voll jugendlicher Anmuth,verspricht ein sauftres Gemüth.

philoras. Laß meine Bildung unvcrspottct! Dein Gesichtvoll Narben ist freylich ein schöncrs Gesicht--

Strato. Bey den Göttern! eine große Antwort! Ich mußdich bewundern und lieben.

Philotas . Möchtest du doch, wenn du mich nur erst ge-fürchtet hättest.

Strato. Immer hcldcnmüthigcr! Wir haben den schreck-lichsten Feind vor uns, wenn unter s.uicr Zugcnd der Philo-tas viel sind.