P h i l o t a s.
Ein Trauerspiel.^ 1739. 1772.
Personen.
Aridäus, König.Strato, Feldherr des Aridcius.phjlotas, gefangen,parmenio/ Soldat.
Die Scene ist ein Zelt in dem Lager des Aridcius.
Erster Auftritt,philotas.
o bin ich wirklich gefangen? — Gefangen! — Ein wür-diger Anfang meiner kriegerischen Lehrjahre! — O ihr Göt-ter! O mein Vater! Wie gern übcrrcdtc ich mich, daß al-les ein Traum sey! Meine frühste Kindheit hat nie etwas an-ders, als Waffen, lind Lager, und Schlachten und Stürmegcträumct. Könnte der Züngling nicht von Verlust und Ent-waffnung träumen? — Schmeichle dir nur, Philotas ! Wennich sie nicht sähe, nicht fühlte, die Wunde, durch die der er-starrten Hand das Schwcrd entsank! — Man hat sie mir wi-der Willen verbunden. O der grausamen Barmherzigkeit eineslistigen Feindes! Sie ist nicht tödtlich, sagte der Arzt, undglaubte mich zu trösten. — Nichtswürdigcr, sie sollte tödtlichseyn! — Und nur eine Wunde, nur eine! — Wüste ich, daßich sie tödtlich machte, wenn ich sie wieder aufriß, und wiederverbinden ließ, und wieder ausriß — Zch rase, ich Unglückli-cher! — Und was für ein höhnisches Gesicht — itzt fällt mires ein — mir der alte Krieger machte, der mich vom Pferde