Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
96
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Philotas .

Philotas . Dein Sohn mcincs Vaters? Dein Polytimct^ Scit wenn? Wie? Wo?

Arivans. So wollt' es das Schicksal! Aus gleichen Wag-schalcn nahm es auf einmal gleiche Gewichte, und die Schalenblieben noch gleich.

Strato. Du willst nähere Umstände wissen. Eben das-selbe Geschwader, dem du zu hitzig entgegen eiltest, führte Po-lytimetz und als dich die Deinigen verloren erblickten, erhobsie Wuth und Verzweiflung über alle menschliche Stärke. Siebrachen ein, und alle stürmten sie auf den einen, in welchemsie ihres Verlustes Ersetzung sahen. Des Ende weißt du.Nun nimm noch von einem alten Soldaten die Lehre an: DerAngriff ist kein Wettrennen; nicht der, welcher zuerst, sondernwelcher zum sichersten auf den Feind trift, hat sich dem Siegegenähert. Das merke dir, zu feuriger Prinz; sonst möchte derwerdende Held im ersten Keime ersticken.

Arioöus. Strato, du machst den Prinzen, durch deine,zwar freundschaftliche, Warnung verdrüßlich. Wie finster erda steht!

Philotas . Nicht das! Aber laßt mich; in tiefe Anbetungder Vorsicht verloren

Andäus. Die beste Anbetung, Prinz, ist dankende Freude.Ermuntre dich! Wir Väter wollen uns unsre Söhne nichtlange vorenthalten. Mein Herold hält sich bereits fertig; ersoll gehen, und die Auswechslung beschleunigen. Aber du weißtwohl, freudige Nachrichten, die wir allein vom Feinde erfahren,scheinen Fallstricke. Man könnte argwohnen, du seyst vielleichtan deiner Wunde gestorben. Es wird daher nöthig seyn, daßdu selbst, mit dem Herolde einen unverdächtigen Bothen andeinen Vater sendest. Komm mit mir! Suche dir einen unterden Gefangenen, den du deines Vertrauens würdigen kannst.

Philotas . So willst du, daß ich mich vervielfältiget ver-abscheuen soll? In jedem der Gefangenen werde ich mich selbsterblicken. Schenke mir diese Verwirrung.

Aridaus. Aber

Philotas . Unter den Gefangenen muß sich Parmenio be-finden. Den schicke mir her; ich will ihn abfertigen.