Parmenio. Nun? — Und welch fcycrliches Ansehen giebstdu dir auf einmal?
Philoras. Der Sohn hat dich abgefertiget, aber noch nichtder Prinz. — Jener mußte fühlen; dieser muß überlegen. Wiegern wollte der Sohn gleich itzt, wie gern wollte er noch eher,als möglich, wieder um seinen Vater, um seinen geliebten Va-ter seyn; aber der Prinz — der Prinz kann nicht. — Höre!
Parmenio. Der Prinz kann nicht?
Philoms. Und will nicht.
Parmenio. Will nicht?
Philoras. Höre!
Parmenio. Zch erstaune — —
Philoras, Zch sage, du sollst hören, und nicht erstau-nen. Höre!
Parmenio. Zch erstaune, weil ich höre. Es hat geblitzt,und ich erwarte den Schlag. — Rede! — Aber, junger Prinz,keine zweyte Ucbcrcilung! —
philoras. Aber, Soldat, kein Vernünfteln! — Höre! Zchhabe meine Ursachen, nicht eher ausgelöset zu seyn, als morgen.Nicht eher als morgen! Hörst du? — Sage also unserm Kö-nige, daß er sich an die Eilfertigkeit des feindlichen Heroldsnicht kehre. Eine gewisse Bcdcnklichkcit, ein gewisser Anschlagnöthige den Philotas zu dieser Verzögerung. — Hast du michverstanden?
parmenio. Nein!
philoras. Nicht? Vcrräthcr! —
parmenio. Sachte, Prinz! Ein Papagcy versteht nicht,aber er behält, was man ihm vorsagt. Sey unbesorgt. Zchwill deinem Vater alles wieder hcrplappcrn, was ich von dir höre.
philoras. Ha! Zch untersagte dir, zu vernünfteln; unddas vcrdrcußt dich. Aber wie bist denn du so verwöhnt? Ha-ben dir alle deine Befehlshaber Gründe gesagt? —
parmenio. Alle, Prinz; ausgenommen die jungen.
philoras. Vortrefflich! Parmenio, wenn ich so empfindlichwäre, als du--
parmenio- Und doch kann nur derjenige meinen blindenGehorsam heischen, dem die Erfahrung doppelte Augen gegeben.