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2 (1838)
Entstehung
Seite
102
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102 Philotas .

Parmenio. Nun? — Und welch fcycrliches Ansehen giebstdu dir auf einmal?

Philoras. Der Sohn hat dich abgefertiget, aber noch nichtder Prinz. — Jener mußte fühlen; dieser muß überlegen. Wiegern wollte der Sohn gleich itzt, wie gern wollte er noch eher,als möglich, wieder um seinen Vater, um seinen geliebten Va-ter seyn; aber der Prinz — der Prinz kann nicht. — Höre!

Parmenio. Der Prinz kann nicht?

Philoms. Und will nicht.

Parmenio. Will nicht?

Philoras. Höre!

Parmenio. Zch erstaune — —

Philoras, Zch sage, du sollst hören, und nicht erstau-nen. Höre!

Parmenio. Zch erstaune, weil ich höre. Es hat geblitzt,und ich erwarte den Schlag. — Rede! — Aber, junger Prinz,keine zweyte Ucbcrcilung! —

philoras. Aber, Soldat, kein Vernünfteln! — Höre! Zchhabe meine Ursachen, nicht eher ausgelöset zu seyn, als morgen.Nicht eher als morgen! Hörst du? — Sage also unserm Kö-nige, daß er sich an die Eilfertigkeit des feindlichen Heroldsnicht kehre. Eine gewisse Bcdcnklichkcit, ein gewisser Anschlagnöthige den Philotas zu dieser Verzögerung. — Hast du michverstanden?

parmenio. Nein!

philoras. Nicht? Vcrräthcr! —

parmenio. Sachte, Prinz! Ein Papagcy versteht nicht,aber er behält, was man ihm vorsagt. Sey unbesorgt. Zchwill deinem Vater alles wieder hcrplappcrn, was ich von dir höre.

philoras. Ha! Zch untersagte dir, zu vernünfteln; unddas vcrdrcußt dich. Aber wie bist denn du so verwöhnt? Ha-ben dir alle deine Befehlshaber Gründe gesagt? —

parmenio. Alle, Prinz; ausgenommen die jungen.

philoras. Vortrefflich! Parmenio, wenn ich so empfindlichwäre, als du--

parmenio- Und doch kann nur derjenige meinen blindenGehorsam heischen, dem die Erfahrung doppelte Augen gegeben.