Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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Philotas .

hast Willst du? Kann ich mich darauf verlassen? Willstdu machen, daß ich erst morgen ausgewechselt werde? Willst du?

Parmcnio. Ob ich will? Muß ich nicht? muß ich nicht? Höre, Prinz, wenn du einmal König wirst, gieb dich nichtmit dem Befehlen ab. Befehlen ist ein unsicheres Mittel, befolgtzu werden. Wem du etwas recht schweres aufzulegen hast, mitdem mache es, wie du es itzt mit mir gemacht hast, und wenner dir alsdcun seinen Gehorsam verweigert Unmöglich! Erkann dir ihn nicht verweigern! Ich muß auch wissen, was einMann verweigern kann.

Philoras. Was Gehorsam? Was hat die Freundschaft,die du mir erweisest, mit dem Gehorsame zu thun? Willst du,mein Freund?

Parmemo. Hör' auf! hör' auf! Du hast mich schon ganz.Za doch, ich will alles. Ich will es, ich will es deinemVater sagen, daß er dich erst morgen auslösen soll. War-um zwar erst morgen, das weiß ich nicht! Das brauch'ich nicht zu wissen. Das braucht auch er nicht zu wissen. Ge-nug, ich weiß, daß du es willst. Und ich will alles, was duwillst. Willst du sonst nichts? Soll ich sonst nichts thun?Soll ich für dich durchs Feuer rennen? Mich für dich vomFelsen herab stürzen? Befiehl nur, mein lieber kleiner Freund,befiehl! Ztzt thu ich dir alles! So gar sage ein Wort,und ich will für dich ein Verbrechen, ein Bubenstück begehen!Die Haut schaudert mir zwar; aber doch Prinz, wenn du willst,ich will, ich will

Philotas . O mein bester, feuriger Freund! O du wiesoll ich dich nennen? du Schöpfer meines künftigen Ruh-mes! Dir schwöre ich bey allem, was mir am heiligsten ist,bey der Ehre meines Vaters, bey dem Glücke seiner Waffen,bey der Wohlfahrt seines Landes, schwöre ich dir, nie in mei-nem Leben diese deine Bereitwilligkeit, deinen Eiser zu verges-sen! Möchte ich ihn auch würdig genug belohnen können!Höret, ihr Götter, meinen Schwur! Und nun, Parmcnio,schwöre auch du! Schwöre mir, dein Wort treulich zu halten.

Parmenio. Zch schwören? Ich bin zu alt zum schwören.

Philoras. Uud ich bin zu jung, dir ohne Schwur zu