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2 (1838)
Entstehung
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Philotas .

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trauen. Schwöre mir! Zch habe dir bey meinem Vater ge-schworen, schwöre du mir bey deinem Sohne. Du liebst ihndoch, deinen Sohn? Du liebst ihn doch recht herzlich?

Parmemo. So herzlich, wie dich! Du willst es, undich schwöre. Zch schwöre dir, bey meinem einzigen Sohne, beymeinem Blute, das in seinen Adern wallet, bey dem Blute,das ich gern für deinen Vater geblutet, das auch er gern fürdich einst bluten wird, bey diesem Blute schwöre ich dir, meinWort zu halten! Und wenn ich es nicht halte, so falle meinSohn in seiner ersten Schlacht, und erlebe sie nicht, die glor-reichen Tage deiner Regierung! Höret, ihr Götter, mei-nen Schwur

Philotas . Höret ihn noch nicht, ihr Götter! Du hastmich zum besten, Alter. Zn der ersten Schlacht fallen; meineRegierung nicht erleben; ist das ein Unglück? Ist früh sterben,ein Unglück?

Parmemo. Das sag ich nicht. Doch nur deswegen, umdich auf dem Throne zu sehen, um dir zu dienen, möchte ich was ich sonst durchaus nicht möchte noch einmal jungwerden Dein Vater ist gut; aber du wirst besser, als er.

philoms. Kein Lob zum Nachtheile meines Vaters!Acndcrc deinen Schwur! Komm, ändere ihn so: Wenn du deinWort nicht hältst, so möge dein Sohn ein Feiger, ein Nichts-würdiger werden; er möge, wenn er zwischen Tod und Schandezu wählen hat, die Schande wählen; er möge neunzig Zahr einSpott der Weiber leben, und noch im neunzigsten Zahre un-gern sterben.

Parmemo. Zch entsetze mich doch schwöre ich: dasmög er! Höret den gräßlichsten der Schwüre, ihr Götter!

Philoras. Höret ihn! Nnn gut, nun kannst du gehen,Parmcnio. Wir haben einander lange genug aufgehalten, undfast zu viel Umstände über eine Kleinigkeit gemacht. Denn istes nicht eine wahre Kleinigkeit, meinem Vater zu sagen, ihnzu überreden, daß er mich nicht eher als morgen auswechsle?Und wenn er ja die Ursache wissen will; wohl, so erdenke dirunter Weges eine Ursache.

Parmemo. Das will ich auch! Zch habe zwar, so alt ich