Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
106
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Philotas .

geworden bin, noch nie auf eine Unwahrheit gesonnen. Aberdoch, dir zu Liebe, Prinz Laß mich nur; das Böse lerntsich auch noch im Alter. Lebe wohl!Philotas . Umarme mich! Geh!

Sechster Austritt,philotas.

Es soll so viele Bctricgcr in der Welt geben, und dasVerriegelt ist doch so schwer, wenn es auch in der besten Ab-sicht geschieht. Habe ich mich nicht wenden und windenmüssen! Mache nur, guter Parmenio, daß mich mein Va-ter erst morgen auslöset, und er soll mich gar nicht auszulösenbrauchen. Nun habe ich Zeit genug gewonnen! Zeit ge-nug, mich in meinem Vorsatze zu bestärken Zeit genug, diesichersten Mittel zu wählen. Mich in meinem Vorsätze zubestärken? Wehe mir, wenn ich dessen bedarf! Sünd-haftigkeit des Alters, wenn du mein Theil nicht bist, o so stehedu mir bey, Hartnäckigkeit des Jünglings!

Za, es bleibt dabey! es bleibt fest dabey! Zch fühl es,ich werde ruhig, ich bin ruhig! Der dn itzt da stehest,Philotas (indem er sich selbst betrachtet) Ha! es muß eintrefflicher, ein großer Anblick seyn: ein Züngling gestreckt aufden Boden, das Schwcrd in der Brust!

Das Schwcrd? Götter! o ich Elender! ich Acrmstcr!Und itzt erst werde ich es gewahr? Zch habe kein Schwcrd; ichhabe nichts! Es ward die Beute des Kriegers, der mich gefan-gen nahm. Vielleicht hätte er es mir gelassen, aber Goldwar der Heft. Unseliges Gold, bist du denn immer dasVerderben der Tugend!

Kein Schwcrd? Zch kein Schwcrd? Götter, barmherzigeGötter, dieß einzige schenket mir! Mächtige Götter, die ihr Erdeund Himmel erschaffen, ihr könntet mir kein Schwcrd schaffen, wcnn ihr wolltet? Was ist nun mein großer, schim-mernder Entschluß? Zch werde mir selbst ein bitteres Gelächter

Und da kommt er auch schon wieder, der König. Still?Wenn ich das Kind spielte? Dieser Gedanke verspricht et-was. Za! Vielleicht bin ich glücklich