Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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107
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Philotas .

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Siebender Auftritt.Aridäus. pyiloras.

Zlndäus. Nun sind die Bothen fort, mein Prinz. Siesind auf den schncllcstcn Pferden abgegangen, und das Haupt-lagcr deines Vaters ist so nahe, daß wir in wenig StundenAntwort erhalten können.

Philoras. Du bist also, König, wohl sehr ungeduldig,deinen Sohn wieder zu umarmen?

Aridäus. Wird es dein Vater weniger seyn, dich wiederan seine Brust zu drücken? Laß mich aber, liebster Prinz,deine Gesellschaft genießen. Zn ihr wird mir die Zeit schnel-ler verschwinden; und vielleicht, daß es auch sonst glücklicheFolgen hat, wenn wir uns näher kennen. Liebenswürdige Kin-der sind schon oft die Mittelspersonen zwischen veruneinigtenVätern gewesen. Folge mir also in mein Zelt, wo die bestenmeiner Befehlshaber deiner warten. Sie brennen vor Begierdedich zu sehen und zu bewundern.

Philoras. Männer, König, müssen kein Kind bewundern.Laß mich also nur immer hier. Scham und Aergerniß würdenmich eine sehr einfältige Person spielen lassen. Und was deineUnterredung mit mir anbelangt da seh' ich vollends nicht,was daraus kommen könnte. Ich weiß weiter nichts, als daßdu und mein Vater in Krieg verwickelt sind; und das Recht das Recht, glaub' ich, ist auf Seiten meines Vaters. Dasglaub' ich, König, und will es nun einmal glauben wenndu mir auch das Gegentheil unwidcrsprcchlich zeigen könntest.Ich bin Sohn und Soldat, und habe weiter keine Einsicht,als die Einsicht meines Vaters und meines Feldherrn.

Aridäus. Prinz, es zeiget einen großen Verstand, seinenVerstand so zu verleugnen. Doch thut es mir leid, daß ichmich also auch vor dir nicht soll rechtfertigen können. Unse-liger Krieg!

Philoras. Za wohl, unseliger Krieg! Und wehe sei-nem Urheber!

Aridäus. Prinz! Prinz! erinnere dich, daß dein Vater das