Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

Philotas . 113

des dcinigcn? Er sterbe! Auch sein Tod erspare mir dasschimpfliche Löscgcld! Strato, ich bin nun verwaiset, ich ar-mer Mann! Du hast einen Sohn; er sey der mcinigc! Denn einen Sohn muß man doch haben. Glückli-cher Strato!

Philotas . Noch lebt auch dein Sohn, König! Und wirdleben! Zch hör es!

Ariöäus. Lebt er noch? So muß ich ihn wieder ha-ben. Stirb du nur! Zch will ihn doch wieder haben! Und fürdich! Oder ich will deinem todten Körper so viel Unchrc,so viel Schmach erzeigen lassen! Zch will ihn

Philoms. Den todten Körper! Wenn du dich rächenwillst, König, so erwecke ihn wieder!

Arioöus. Ach! wo gcrath' ich hin!

Philotas . Du tarierst mich! Lebe wohl, Strato! Dort,wo alle tugendhafte Freunde, und alle tapfere Glieder Einesseligen Staates sind, im Elysium sehen wir uns wieder!Auch wir, König, sehen uns wieder

AriSäns. Und versöhnt! Prinz!

Philotas . O so empfanget meine rriumphircnde Seele, ihrGötter; und dein Opfer, Göttinn des Friedens!

Aridäns. Höre mich, Prinz!

Strato. Er stirbt! Bin ich ein Vcrräthcr, König,wenn ich deinen Feind beweine? Zch kann mich nicht halten.Ein wunderbarer Züngling!

Aridaus. Beweine ihn nur! Auch ich! Komm!Ich muß meinen Sohn wieder haben! Aber rede mir nicht ein,wenn ich ihn zu theuer erkaufe! Umsonst haben wir StrömeBluts vergossen; umsonst Länder erobert. Da zieht er mit un-srer Beute davon, der grössere Sieger! Komm! Schaffe mirmeinen Sohn! Und wenn ich ihn habe, will ich nicht mehrKönig seyn. Glaubt, ihr Menschen, daß man es nicht sattwird ? (gehen ab.)

LessingS Werke >l,

8