Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
112
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112 Philotas .

will ich mich gegen euch alle, gcgm eine Welt will ich michwehren! Thut euer Bestes, Feinde! Aber ihr wolltnicht? Zhr wollt mich nicht todten, Grausame? Ihr wollt michmit Gewalt lebendig? Ich lache nur! Mich lebendig gefan-gen? Mich? Eher will ich dieses mein Schwcrd, will ich

in diese meine Brust eher (er durchsticht sich)Anbaus. Götter! Strato!

Strato. König!

philotas. Das wollt ich! (znriick sinkend)

Aridaus. Halt ihn, Strato! Hülfe! dem Prinzen zuHülfe! Prinz, welche wüthende Schwermut!)

philotas. Bcrgicb mir, König! ich habe dir einen tödtli-chcrn Streich versetzt, als mir! Ich sterbe; und bald werden,,beruhigte Länder die Frucht meines Todes genießen. DeinSohn, König, ist gefangen; und der Sohn meines Vatersist frey

Aridaus. Was hör' ich?

Straro. So war es Vorsatz, Prinz? Aber als unserGefangener hattest du kein Recht über dich selbst.

philotas. Sage das nicht, Strato! Sollte die Frey-heit zu sterben, die uns die Götter in allen Umständen desLebens gelassen haben, sollte diese ein Mensch dem andern ver-kümmern können?

Straro. O König! Das Schrecken hat ihn versteinert!

König!

Aridäus. Wer ruft?

Strato. König!

Aridans. Schweig!

Strato. Der Krieg ist aus, König!

Aridaus. Aus? Das lcugst du, Strato! Der Kriegist nicht aus, Prinz! Stirb nur! stirb! Aber nimm dasmi^, nimm den quälenden Gedanken mit: Als ein wahrer un-crfahrncr Knabe hast du geglaubt, daß die Väter alle von ei-ner Art, alle von der weichlichen, weibischen Art deines VatcrSsind. Sie sind es nicht alle! Zch bin es nicht! Was liegtmir an meinem Sohne? Und denkst du, daß er nicht eben so-wohl zum Besten seines Vaters sterben kann, als du zum Besten