Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
116
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emilia Galotti.

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Zweyter Auftritt.Conti. Der Prinz.

Der Prinz. Guten Morgen, Conti. Wie leben Sie? Wasmacht die Kunst?

Conti. Prinz, die Kunst geht nach Brod.

Der Prinz. Das muß sie nicht; das soll sie nicht, inmeinem kleinen Gebiethe gewiß nicht. Aber der Künstlermuß auch arbeiten wollen.

Conri. Arbeiten? Das ist seine Lust. Nur zu viel arbei-ten müssen, kann ihn um den Namen Künstler bringen.

Der Prinz. Ich meyne nicht Vieles, sondern viel: einWeniges; aber mit Fleiß. Sie kommen doch nicht leer, Conti?

Conti. Ich bringe das Portrait, welches Sie mir befoh-len haben, gnädiger Herr. Und bringe noch eines, wel-ches Sie mir nicht besohlen: aber weil es gesehen zu werdenverdienet

Der Prinz. Jenes ist? Kann ich mich doch kaumerinnern

Conti. Die Gräfinn Orsina.

Der Prinz. Wahr! Der Auftrag ist nur ein wenigvon lange her.

Conti. Unsere schönen Damen sind nicht alle Tage zumMahlen. Die Gräfinn hat, seit drey Monaten, gerade Einmalsich entschließen können, zu sitzen.

Der Prinz. Wo sind die Stücke?

Conti. Zn dem Vorzimmer: ich hohle sie.

Dritter Auftritt.Der Prinz.

Ihr Bild'. mag! Ihr Bild, ist sie doch nicht selber. Und vielleicht find' ich in dem Bilde wieder, was ich inder Person nicht mehr erblicke. Ich will es aber nicht wie-derfinden. Der beschwerliche Mahler! Ich glaube gar, siehat ihn bestochen. Wär' es auch! Wenn ihr ein anderesBild, das mit andern Farben, auf einen andern Grund gc-mahlct ist, in meinem Herzen wieder Platz machen will: