tZmilia Galotti.
ich, war ganz in Ihren Augcn. Ich liebe solche Seelen, undsolche Augcn.
Der Prinz (mit «incr crzwnngncn Kälte.) Also, Conti, rechnenSie doch wirklich Emilia Galotti mit zu den vorzüglichstenSchönheiten unsrer Stadt?
Conti. Also? mit? mit zu den vorzüglichsten? und denvorzüglichsten unsrer Stadt? — Sie spotten meiner, Prinz.Oder Sie sahen, die ganze Zeit, eben so wenig, als Sie hörten.
Der Prinz. Lieber Conti, — (Die Augm wieder auf das Bildgerichtet.) wie darf unser einer seinen Augcn trauen? Eigentlichweiß doch nur allein ein Mahler von der Schönheit zu urtheilen.
Conti. Und eines jeden Empfindung sollte erst auf denAusspruch eines Mahlers warten? — Ins Kloster mit dem,der es von uns lernen will, was schön ist! Aber das muß ichZhnen doch als Mahler sagen, mein Prinz: eine von den größ-ten Glückseligkeiten meines Lebens ist es, daß Emilia Galottimir gesessen. Dieser Kopf, dieses Antlitz, diese Stirne, dieseAugcn, dicsc Nasc, dieser Mund, dieses Kinn, dieser Hals,diese Brust, dieser Wuchs, dieser ganze Van, sind, von derZeit an, mein einziges Studium der weiblichen Schönheit. —Die Schilderet) selbst, wovor sie gesessen, hat ihr abwesenderVater bekommen. Aber diese Kopie —
Der Prinz, (der sich schnell") gegen ihn kehret.) Nun, Conti?ist doch nicht schon versagt?
Conti. Ist für Sie, Prinz; wenn Sie Geschmack daranfinden.
Der Prinz. Geschmack! — (lächelnd) Dieses Ihr Studiumder weiblichen Schönheit, Conti, wie könnt' ich besser thun, alses auch zu dem meinigen zu machen? — Dort, jenes Portraitnehmen Sie nur wieder mit; — einen Rahmen darum zubestellen.
Conti. Wohl!
Der Prinz. So schön, so reich, als ihn der Schnitzer nurmachen kann. Es soll in der Gallcric aufgestellet werden. —Aber dieses, — bleibt hier. Mit einem Studio macht man so
-) „hastig" in der Handschrift.