i?»iilia Galotti.
Claudia. Zhrcr Seclc! — Sie ist in der Messe. — „Ichhabe heute, mehr als jeden andern Tag, Gnade von Oben zuerflehen": sagte sie, lind ließ alles liegen, und nahm ihrenSchlcycr, und eilte —
Gdoardo. Ganz allein?
Claudia. Die wenigen Schritte--
Odoardo. Einer ist genug zu einem Fehltritt'! —
Claudia. Zürnen Sie nicht, mein Bester; und kommenSie herein, — einen Augenblick auszuruhen, und, wann Siewollen, eine Erfrischung zu nehmen.
Gdoardo. Wie du mcyncst, Claudia. — Aber sie solltenicht allein gegangen seyn. —
Claudia. Und Ihr, Pirro °), bleibt hier in dem Vorzim-mer, alle Besuche auf heute zu verbitten.
Dritter Auftritt,pirro / und bald darauf Angelo.
Pirro. Die sich nur aus Ncugicrdc melden lassen. — Wasbin ich seit einer Stunde nicht alles ausgefragt worden! —Und wer kömmt da?
Angelo snoch halb hinter der Scene, i» einem kurzen Mantel, dener über das Gesicht gezogen, den Hut in die Stirne) Pirro! — Pirro!
Pirro. Ein Bekannter? — (indem Angelo vollends hcreintritt,und den Mantel auseinander schlägt.) Himmel! Angelo? — Du?
Angelo. Wie du siehst. — Zch bin lange genug um dasHaus herumgegangen, dich zu sprechen. — Auf ein Wort! —
Pirro. Und du wagst es, wieder ans Licht zu kommen? —Du bist seit deiner letzten Mordthat vogclfrcy erkläret; aus dei-nen Kopf stehet eine Belohnung —
Angelo. Die doch du nicht wirst verdienen wollen? —
Pirro. Was willst du? — Zch bitte dich, mache michnicht unglücklich.
Angelo. Damit etwa? (ihm einen Beutel mit Gelde zeigend) —Nimm! Es gehöret dir!
pirro. Mir?
°) Die Handschrift fugt hinzu „(zu dem Bediente»)"