132
emilia Galotti.
2lngelo. Mit vicl Begleitung?
Pirro. Zn cincm einzigen Wagen: die Mutter, die Toch-ter und der Graf. Ein Paar Freunde kommen aus Sabio-nctta als Zeugen.
Angelo. Und Bediente?
Pirro. Nur zwey; außer mir, der ich zu Pferde voraufreiten soll.
Angclo. Das ist gut. — Noch eins: wessen ist die Equi-page? Ist es eure? oder des Grasen?Pirro. Des Grafen.
Angelo. Schlimm! Da ist noch ein Vorrcitcr, außer ei-nem handfesten Kutscher. Doch! —
Pirro. Ich erstaune. Aber was willst du? — Das Biß-chen Schmuck, das die Braut etwa haben dürfte, wird schwer-lich der Muhe lohnen —
Angclo. So lohnt ihrer die Braut selbst!
Pirro. Und auch bey diesem Verbrechen soll ich dein Mit-schuldiger seyn?
Angelo. Du reitest vorauf. Reite doch, reite! und kehredich an nichts!
Pirro. Nimmermehr!
Angclo. Wie? ich glaube gar, du willst den Gewissenhaf-ten spielen. — Bursche! Ich denke, du kennst mich. — Wodu plauderst! Wo sich ein einziger Umstand anders findet, alsdu mir ihn angegeben! —
Pirro. Aber, Angclo, um des Himmels willen! —Angelo. Thu, was du nicht lassen kannst! (geht ab)Pirro. Ha! laß dich den Teufel bey Einem Haare fassen;und du bist sei» auf ewig! Ich Unglücklicher!
Nicrtcr Auftritt.Odoardo und Claudia Galotti- pirro.GVoardo. Sie bleibt mir zu lang' aus —Claudia- Noch einen Augenblick, Odoardo! Es würde sieschmerzen, deines Anblicks so zu verfehlen.
OdoarVo. Ich muß auch bey dem Grafen noch einsprechen.Kaum kann ichs erwarten, diesen würdige» jungen Mann mci-