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2 (1838)
Entstehung
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132
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emilia Galotti.

2lngelo. Mit vicl Begleitung?

Pirro. Zn cincm einzigen Wagen: die Mutter, die Toch-ter und der Graf. Ein Paar Freunde kommen aus Sabio-nctta als Zeugen.

Angelo. Und Bediente?

Pirro. Nur zwey; außer mir, der ich zu Pferde voraufreiten soll.

Angclo. Das ist gut. Noch eins: wessen ist die Equi-page? Ist es eure? oder des Grasen?Pirro. Des Grafen.

Angelo. Schlimm! Da ist noch ein Vorrcitcr, außer ei-nem handfesten Kutscher. Doch!

Pirro. Ich erstaune. Aber was willst du? Das Biß-chen Schmuck, das die Braut etwa haben dürfte, wird schwer-lich der Muhe lohnen

Angclo. So lohnt ihrer die Braut selbst!

Pirro. Und auch bey diesem Verbrechen soll ich dein Mit-schuldiger seyn?

Angelo. Du reitest vorauf. Reite doch, reite! und kehredich an nichts!

Pirro. Nimmermehr!

Angclo. Wie? ich glaube gar, du willst den Gewissenhaf-ten spielen. Bursche! Ich denke, du kennst mich. Wodu plauderst! Wo sich ein einziger Umstand anders findet, alsdu mir ihn angegeben!

Pirro. Aber, Angclo, um des Himmels willen!Angelo. Thu, was du nicht lassen kannst! (geht ab)Pirro. Ha! laß dich den Teufel bey Einem Haare fassen;und du bist sei» auf ewig! Ich Unglücklicher!

Nicrtcr Auftritt.Odoardo und Claudia Galotti- pirro.GVoardo. Sie bleibt mir zu lang' ausClaudia- Noch einen Augenblick, Odoardo! Es würde sieschmerzen, deines Anblicks so zu verfehlen.

OdoarVo. Ich muß auch bey dem Grafen noch einsprechen.Kaum kann ichs erwarten, diesen würdige» jungen Mann mci-