142
Eiililia Galotti.
Claudia. Sic machen mich unruhig, Herr Graf —Appiani. Eines kömmt dann zum andern! — Ich bin är-gerlich; ärgerlich über meine Freunde, über mich selbst —Claudia. Wie so?
Appiani. Meine Freunde verlangen schlechterdings, daß ichdem Prinzen von meiner Hcyrath ein Wort sagen soll, ehe ichsie vollziehe. Sie geben mir zu, ich sey es nicht schuldig: aberdie Achtung gegen ihn woll' es nicht anders. — Und ich binschwach genug gewesen, es ihnen zu versprechen. Eben wollt'ich noch bey ihm vorfahren.
Claudia (stutzig) Bey dem Prinzen?
Neunter Auftritt.
pjrro, gleich darauf Marinelli, und die Vorigen.Pirro. Gnädige Frau, der Marchcsc Marinelli hält vordem Hause, und erkundiget sich nach dem Herrn Grafen .Appiani. Nach mir?
Pirro- Hier ist er schon. (Ofncr ihm die Thüre und geht ab)Marinelli. Ich bitt' um Verzeihung, gnädige Frau. —Mein Herr Graf, ich war vor Ihrem Hause, und erfuhr, daßich Sic hier treffen würde. Ich hab' ein dringendes Geschäftan Sic — Gnädige Frau, ich bitte nochmals um Verzeihung;es ist in cinigcn Minuten geschehen.
Claudia- Die ich nicht verzögern will, (macht ihm eine Verbeu-gung und geht ab.)
Zehnter Auftritt.Marinelli. Appiani.
Appiani. Nun, mein Herr?
Marinelli. Ich komme von des Prinzen Durchlaucht.
Appiani. Was ist zu seinem Befehl?
Marinelli. Zch bin stolz, der Überbringer einer so vorzüg-lichen Gnade zu seyn. — Und wenn Gras Appiani nicht mitGewalt einen seiner ergebensten Freunde in mir verkennen will —
Appiani. Ohne weitere Vorrede; wenn ich bitten darf.
Marinelli. Auch das! — Der Prinz muß so gleich anden Herzog von Massa, in Angelegenheit seiner Vermählung