Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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Eimlra Galotti.

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mit dessen Prinzessinn Tochter, einen Bevollmächtigten senden.Er war lange unschlüßig, wen er dazu ernennen sollte. End-lich ist seine Wahl, Herr Graf, auf Sie gefallen.Appiani. Auf mich?

Marinelli. Und das wenn die Freundschaft ruhmredigseyn darf nicht ohne mein Zuthun

Appiani. Wahrlich, Sie setzen mich wegen eines Dankesin Verlegenheit. Ich habe schon längst nicht mehr erwartet,daß der Prinz mich zu brauchen geruhen werde.

Marinelli. Ich bin versichert, daß es ihm blos an einerwürdigen Gelegenheit gemangelt hat. Und wenn auch diese soeines Mannes, wie Graf Appiani, noch nicht würdig genugseyn sollte: so ist freylich meine Freundschaft zu voreilig gewesen.

Appiani. Freundschaft und Freundschaft, um das dritteWort! Mit wem red' ich denn? Des Marchcsc MarinclliFreundschaft hätt' ich mir nie träumen lassen.

Marinelli. Ich erkenne mein Unrecht, Herr Graf,mein unverzeihliches Unrecht, daß ich, ohne Ihre Erlaubniß,Ihr Freund seyn wollen. Bey dem allen: was thut das?Die Gnade des Prinzen, die Ihnen angetragene Ehre, bleiben,was sie sind: und ich zweifle nicht, Sie werden sie mit Vc-gicrd' ergreifen.

Appiani (nach einiger Überlegung.) Allerdings.

Marinclli. Nun so kommen Sie.

Appiani. Wohin?

Marinelli. Nach Dosalo, zu dem Prinzen. Es liegtschon alles fertig; und Sie müssen noch heut' abreisen.

Appiani. Was sagen Sie? Noch heute?

Marinelli. Lieber noch in dieser nehmlichen Stunde, alsin der folgenden. Die Sache ist von der äußersten Eil.

Appiani. Zn Wahrheit? So thut es mir Leid, daßich die Ehre, welche mir der Prinz zugedacht, verbitten mttß.

Marinclli. Wie?

Appiani. Ich kann heute nicht abreisen; auch morgennicht; auch übermorgen noch nicht.Marinclli. Sie scherzen, Herr Graf.Appiani. Mit Ihnen?