Emilia Galotti.
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mcngcs,") in das bcidc Theile zum Schein gerathen, soll meinBedienter Emilicn ergreifen, als ob er sie retten wolle, unddurch den Thiergarten in das Schloß bringen. — So ist dieAbrede. — Was sagen Sie nun, Prinz?
Der Prinz. Sie überraschen mich auf eine sonderbare Art.— Und eine Bangigkeit überfällt mich — (Marinclli tritt cm dasFenster) Wornach sehen Sie?
XNarinelli. Dahinaus muß es seyn! — Recht! — undeine Maske kömmt bereits um die Planke gesprengt; — ohneZweifel, mir den Erfolg zu berichten. — Entfernen Sie sich,gnädiger Herr.
Der Prinz. Ah, Marinclli —
Marinclli. Nun? Nicht wahr, nun hab' ich zu viel ge-than; und vorhin zu wenig?
Der Prinz. Das nicht. Aber ich sehe bey alle dem nichtab--
Marinclli. Abschn? — Lieber alles mit eins! — Geschwindentfernen Sie sich. — Die Maske muß Sie nicht sehen.
(Der Prinz geht ab)
Zweyter Auftritt.Marinelli, und bald darauf Angelo.
Marinclli (der wieder nach dem Fenster gehl) Dort fährt derWagen langsam nach der Stadt zurück. — So langsam? Undin jedem Schlage ein Bedienter? — Das sind Anzeigen, diemir nicht gefallen: — daß der Streich wohl nur halb gelun-gen ist; — daß man einen Ncrwundctcn gemächlich zurückfüh-ret, — und keinen Todten. — Die Maske steigt ab. — Esist Angelo selbst. Der Tolldreiste! — Endlich, hier weiß erdie Schliche. — Er winkt mir zu. Er muß seiner Sache ge-wiß seyn. — Ha, Herr Graf, der Sie nicht nach Massa -woll-ten, und nun noch einen weiter» Weg müssen! — Wer hatteSie die Affen so kennen gelehrt? (indem er nach der Thüre zngchl)Za wohl sind sie hämisch. — Nun, Angelo?
°) „Wahrend dem Handgemenge," i» der Handschrift.