Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
161
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Cmilia Ealotti.

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N7arinelll (kalt) Schwerlich.

Der Prinz. Und wcnn man es nicht glaubt, was wirdman denn glauben? Sie zucken die Achsel? Ihren An-gelo wird man für das Werkzeug, und mich für den Thäterhalten

Marinelli (och kälter) Wahrscheinlich genug.

Der Prinz. Mich! mich selbst! Oder ich muß vonStund an alle Absicht auf Emilicn aufgeben

Marinclli (höchst gleichgültig) Was Sie auch gemußt hatten wcnn der Graf noch lebte.

Der Prinz (heftig, aber sich gleich wieder fassend) Marinclli!Doch, Sie sollen mich nicht wild machen. Es sey so Esist so! Und das wollen Sie doch nur sagen: der Tod des Gra-fen ist für mich ein Glück das ^größte Glück, was mir be-gegnen konnte, das einzige Glück, was meiner Liebe zuStatten kommen konnte. Und als dieses, mag er doch ge-schehen seyn, wie er will! Ein Graf mehr in der Welt,oder weniger! Denke ich Ihnen so recht?") Topp! auch icherschrecke vor einem kleinen Verbrechen nicht. Nur, guter Freund,muß es ein kleines stilles Verbrechen, ein kleines heilsamesVerbrechen seyn. Und sehen Sie, unseres da, wäre nun geradeweder stille noch heilsam. Es hätte den Weg zwar gcrcinigct,aber zugleich gesperrt. Jedermann würde es uns auf den Kopfzusagen, und leider hätten wir es gar nicht einmal began-gen! Das liegt doch wohl nur blos an Ihren weisen, wun-derbaren Anstalten?

Marinclli, Wenn Sie so befehlen

Der Prinz. Woran sonst? Ich will Rede'.

Marinelli. Es kömmt mehr auf meine Rechnung, wasnicht darauf gehört.

Der Prinz. Rede will ich!

Marinelli. Nun dann! Was läge an meinen Anstalten?daß den Prinzen bey diesem Unfälle ein so sichtbarer Verdachttrift? An dem Mcistcrstreichc liegt das, den er selbst meinenAnstalten mit einzumengen die Gnade hatte.

°) In der Handschrift folgt, aber durchstrichen,Mochte doch auch dieWelt glauben, was sie wollte!"

?es«mgs Werke n, 11