Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
167
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Einilia Galotti.

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Marinelli (vor sich) Das geht weit! Abcr, gnädigeGräfinn

«vrsinK. Still mit dem Aber! Die Aber kosten Ucbcrlc-gung: nnd mein Kopf! mein Kopf! (sich mit der Hand die Stirnehaltend) Machen Sie, Marinclli, mache» Sie, daß ich ihnbald spreche, den Prinzen; sonst bin ich es wohl gar nicht imStande. Sie sehen, wir sollen nns sprechen; wir müssenuns sprechen

Nicrtcr Auftritt.Der Prinz. Orsina. Marinclli.

Der Prinz (indem er aus dem Kabinctc tritt, vor sich.) Ich mußihm zu Hülfe kommen.

Grsina (die ihn erblickt; aber lincntschliisng, ob sie auf ihn zu ge-hen loll.) Ha! da ist er.

Der Prinz (geht quecr über den Saal, bcv ilir vorbrv, nach denandern Zimmern, ohne sich im Reden aufzuhalten.) Sich da! unsere schöneGräfinn. Wie sehr bctaucrc ich, Madame, daß ich mir dieEhre Zhrcs Besuchs für heute so wenig zu Nutze machen kann!Ich bin beschäftiget. Ich bin nicht allein. Ein andermal,meine liebe Gräfinn! Ein andermal. Ztzt halten Sie län-ger sich nicht auf. Za nicht länger! Und Sie, Marinclli,ich erwarte Sie.

Fünfter Auftritt.Orsina. Marinelli.Marinelli. Haben Sie es, gnädige Gräfinn, nun von ihmselbst gehört, was Sie mir nicht glaubcu wollen?Grsina (wie betäubt) Hab' ich? hab' ich wirklich?Marinelli. Wirklich.

Orsina (mit Rührung)Ich bin beschäftiget. Ich bin nichtallein." Ist das die Entschuldigung ganz, die ich werth bin?Wen weiset man damit nicht ab? Jeden Ubcrlästigcn; jedenBettler. Für mich keine einzige Lüge mehr? Keine einzigekleine Lüge mehr für mich? Beschäftiget? womit denn? Nichtallein? wer wäre denn bey ihm? Kommen Sie, Marinclli;aus Barmherzigkeit, lieber Marinclli! Lügen Sie mir eines