Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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182
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Emilia Galotti.

Marinelli. Von ihm selbst zu seinem Rächer bestelletOdoardo. Sie?

XNarinelll. Fragen Sie nur Ihre Gemahlinn. Marinclli,ocr Name Marinclli war das letzte Wort des sterbenden Gra-fen: und in einem Tone! in einem Tone! Daß er mir nieaus dem Gehöre komme dieser schreckliche Ton, wenn ich nichtalles anwende, daß seine Mörder entdeckt und bestraft werden!

Der Prinz- Rechnen Sie auf meine kräftigste Mitwirkung.

Odoardo. Und meine heißesten Wünsche! Gut, gut!Aber was weiter?

Der Prinz. Das frag' ich, Marinclli.

Marinclli. Man hat Verdacht, daß es nicht Räuber ge-wesen, welche den Grafen angefallen.

Odoardo (höhnisch) Nicht? wirklich nicht?

Marinclli. Daß ein Nebenbuhler ihn aus dem Wegeräumen lassen.

Odoardo (bitter) Ey! Ein Nebenbuhler?

Marinelli. Nicht anders.

Odoardo. Nun dann, Gort verdamm' ihn, den meu-chclmörderischcn Buben!

Marinelli. Ein Nebenbuhler, und ein begünstigter Neben-buhler

Odoardo. Was? ein begünstigter? Was sagen Sie?

Marmelli. Nichts, als was das Gerüchte verbreitet.

Odoardo. Ein begünstigter? von meiner Tochter begünstiget?

Marinelli. Das ist gewiß nicht. Das kann nicht seyn.Dem widcrsprcch' ich, trotz Ihnen. Aber bey dem allen,gnädiger Herr, denn das gegründetste Vorurthcil wieget aufder Wage der Gerechtigkeit so viel als nichts: bey dem al-len wird man doch nicht umhin können, die schöne Unglücklichedarüber zu vernehmen.

Der Prinz. Ja wohl; allerdings.

Marinclli. Und wo anders? wo kann das anders gesche-hen, als in Guastalla?

Der Prinz- Da haben Sie Recht, Marinclli; da habenSie Recht. Za so: das verändert die Sache, lieber Ga-lotti. Nicht wahr? Sie sehen selbst