Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
181
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C'inilia Valotti.

Triumph um dic Hälfte verkümmert; aber ganz werde ich mirihn nicht nehmen lassen.

OSoardo, Zu viel Gnade! Erlauben Sie, Prinz, daßich meinem unglücklichen Kinde alle dic mannichfaltigcn Krän-kungen erspare, dic Freund und Feind, Mitleid und Schaden-freude in Guastalla für sic bereit halten.

Der Prinz. Um dic süßen Kränkungen des Freundes nnddes Mitleids, würde es Grausamkeit seyn, sie zu bringen. Daßaber die Kränkungen des Feindes und der Schadenfreude sienicht erreichen sollen; dafür, lieber Galotti, lassen Sic mich sorgen.

Gdoavdo- Prinz, dic väterliche Liebe theilet ihre Sorgenicht gern. Ich denke, ich weiß cS, was meiner Tochter inihren itzigcn Umständen einzig ziemet. Entfernung aus derWelt; ein Kloster, sobald als möglich.

Der Prinz, Em Kloster ?

Kdoaröo. Bis dahin weine sie unter den Augen ihres Vaters.

Zvcr Prinz, So viel Schönheit soll in einem Kloster ver-blühen? Darf cinc cinzigc schlgcschlagcnc Hoffnung uns ge-gen die Wclt so nnvcrsöhnlich machen? Doch allerdings:dem Vater hat niemand einzureden. Bringen Sic Zhrc Toch-tcr, Galotti, wohin sic wollen.

GvoarOo (gcgcn M.iruiclli) Nun, mein Herr?

Marinclli. Wenn Sic mich sogar auffodcrn!

(vdoardo. O mit nichtcn, mit nichtcn.

Der Prinz. Was habcn Sic beide?

GSoarVo. Nichts, gnädiger Herr, nichts. Wir erwä-gen blos, welcher von uns sich in Ihnen gcirret hat.

Der Prinz. Wic so? Rcdcn Sic, Marinclli.

XNarinclli. Es geht mir nahe, der Gnade meines Fürstenin den Weg zu treten. Doch wenn dic Freundschaft gebiethet,vor allem in ihm den Richter aufzufodcrn

Der Prinz. Welche Freundschaft?

XNarinelli, Sic wisscn, gnädiger Herr, wic sehr ich denGrafen Appiani liebte; wic schr unser beider Seelen in einan-der verwebt schienen

Gdoardo. Das wisscn Sic, Prinz? So wisscn Sic cswahrlich allein.