Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
193
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Nathan der Wcisc, -l<)Z

Nathan.

Was in Babylon Für einen schönen Stoff ich dir gekauft.So reich, nnd mit Geschmack so reich! Ich bringeFür Rccha selbst kaum einen schönern mit.

Daja.

Was hilfts? Denn mein Gewissen, muß ich EuchNur sagen, läßt sich länger nicht betäuben.Nathan.

Und wie die Spangen, wie die Ohrgchcnkc,Wie Ring und Kette dir gefallen werden,Die in Damascus ich dir ausgesucht:Verlanget mich zu sehn.

Daja.So seyd Zhr nun!Wenn ihr nur schenken könnt! nur schenken könnt!Nathan.

Nimm du so gern, als ich dir geb': und schweig!Daja.

Und schweig! Wer zweifelt, Nathan, daß Zhr nichtDie Ehrlichkeit, die Großmut!) selber seyd?Und doch ...

Nathan.

Doch bin ich nur ein Jude. Gelt,Das willst du sagen?

Daja.

Was ich sagen will,

Das wißt Zhr besser.

Nathan.Nun so schweig!Daja.

Zch schweige.Was Sträfliches vor Gott hierbey geschieht,Und ich nicht hindern kann, nicht ändern kann,Nicht kann, komm' über Euch!

Nathan.

Komm' über mich!L-!lmgs Werke 11. 13