Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
241
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Nathan der Wcisc.

Saladin .Wie? das fragst du mich? Zch weißZa kaum, von wcm die Rede war; und höreVon cucrm Juden, cucrm Nathan, hcut'Zum erstenmal.

Sittah.Zsts möglich? daß ein MannDir so verborgen blieb, von dem es heißt,Er habe Salomons und Davids GräberErforscht, und wisse deren Siegel durchEin mächtiges geheimes Wort zu lösen?Aus ihnen bring' er dann von Zeit zu ZeitDie unermeßlichen Reichthümer anDen Tag, die keinen mindern Quell verriethen.

Saladin .

Hat seinen Reichthum dieser Mann aus Gräbern,So warcns sicherlich nicht Salomons,Nicht Davids Gräber. Narren lagen daBegraben!

Sittah.Oder Böscwichtcr! AuchZst seines Reichthums Quelle weit ergiebiger,Weit unerschöpflicher, als so ein GrabVoll Mammon.

Saladin .Denn er handelt; wie ich hörte.Sittah.

Sein Saumthier treibt auf allen Straßen, zieht

Durch alle Wüsten; seine Schiffe liegen

In allen Häscn. Das hat mir wohl eh

Al-Hafi selbst gesagt; und voll Entzücken

Hinzugefügt, wie groß, wie edel dieser

Sein Freund anwende, was so klug und emsig

Er zu erwerben für zu klein nicht achte:

Hinzugefügt, wie frey von Norurthcilen

Sein Geist; sein Herz wie offen jeder Tugend,

Wie eingestimmt mit jeder Schönheit sey.

'.'esüngs Werke ii. 1v