Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
244
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244 Nathan der Weise,

Sich cinst erklärt, mir seiner Wünsche keinenZu bergen.

Recha.

Schon die Möglichkeit, mein HerzEuch lieber zu verhüllen, macht mich zittern.

Nathan.

Nichts mehr hiervon! Das ein für allemalIst abgethan. Da ist ja Daja. Nun?

Da ja.

Noch wandelt er hier untern Palmen; undWird gleich um jene Mauer kommen. Seht,Da kömmt er!

Recha.

Ah! und scheinet unentschlossen,Wohin? ob weiter? ob hinab? ob rechts?Ob links?

Daja.

Nein, nein; er macht den Weg ums KlosterGewiß noch öfter; und dann muß er hierVorbey. Was gilts?

Recha.

Recht! recht! Hast du ihn schonGesprochen? Und wie ist er heut?

Daja.

Wie immer.

Nathan.

So macht nur, daß er euch hier nicht gewahrWird. Tretet mehr zurück. Geht lieber ganzHinein.

Recha.

Nur einen Blick noch! Ah! die Hecke,Die mir ihn stiehlt.

Daja.

Kommt! kommt! Der Vater hatGanz recht. Ihr lauft Gefahr, wenn er Euch sieht,Daß auf der Stell' er umkehrt.