Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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247
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Nalhau dcr Wcisc^

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Tempelherr.

Ihr? Mit nichts.Nathan.

Ich bin

Ein reicher Mann.

Tempelherr.Dcr rcichrc Jude warMir nie der bcssrc Jude.

Nathan.Durft Ihr dennDarum nicht »iitzcn, was dem ungeachtetEr bcssres hat? nicht seinen Reichthum nutzen ?

Tempelherr.Nun gut, das will ich auch nicht ganz vcrrcdcn;Um meines Mantels willen nicht. SobaldDcr ganz und gar verschlissen; weder StichNoch Fetze länger halten will: komm' ichUnd borge mir bey Euch zu einem neuen,Tuch oder Geld. Seht nicht mit eins so finster!Noch seyd Ihr sicher, noch ists nicht so weitMit ihm. Zhr seht; er ist so ziemlich nochZm Stande. Nur dcr cinc Zipfel daHat cincn garstgcn Flcck; cr ist vcrscngt.Und das bekam cr, als ich Eure TochterDurchs Feuer trug.

Nathan. (dcr nach dem Zipfel greift und ih» bttrachtct.)Es ist doch sonderbar,Daß so ein böser Flcck, daß so cin BrandmahlDem Mann ein bcssrcs Zcugniß rcdct, alsScin eigner Mund. Ich möcht ihn küssen gleichDcn Flecken! Ah, verzeiht! Ich that es ungern.Tempelherr.

Was?

Nathan.Eine Thräne fiel darauf.

Tempelherr.

Thut nichts!