292 Nathan der Weise.
Nehmt für gestanden an, was ihr verlangt:Daß ich sie liebe; daß ich nicht begreife,Wie ohne sie ich leben werde; daß...
Daja.
Gewiß? gewiß? — So schwört mir, Ritter, sieZur Eurigcn zu machen; sie zu retten;Sie zeitlich hier, sie ewig dort zu retten.
Tempelherr.
Und wie? — Wie kann ich? — Kann ich schwören, wasZn meiner Macht nicht steht?
Daja.
Zn Enrcr MachtSteht es. Ich bring' es durch ein einzig WortZn Eure Macht.
Tempelherr.Daß selbst der Vater nichts
Dawicdcr hätte?
Daja.Ey, was Vater! Vater!Der Vater soll schon müssen.
Tempelherr.
Müssen, Daja? —Noch ist er unter Räuber nicht gefallen. —Er muß nicht müssen.
Daja.Nun, so muß er wollen;Muß gern am Ende wollen.
Tempelherr.
Muß und gern! —Doch, Daja, wenn ich Euch nun sage, daßZch selber diese Sait' ihm anzuschlagenBereits versucht?
Daja.
Was? und er fiel nicht ein?Tempelherr.Er fiel mit einem Mißlaut ein, der mich —Beleidigte.