Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

Nathan der Weise.

293

Da ja.

Was sagt Ihr? Wie ? Ihr hättetDen Schatten eines Wunsches nur nach RcchaIhm blicken lassen: und er wär' vor FreudenNicht aufgesprungen ? hätte frostig sichZurückgezogen? hätte SchwierigkeitenGemacht?

Tempelherr.So ungefähr.

Daja.So will ich dennMich länger keinen Augenblick bedenken ('Pause,)

Tempelherr.Und Ihr bedenkt Euch doch?

Daja.

Der Mann ist sonstSo gut! Ich selber bin so viel ihm schuldig!Daß er doch gar nicht hören will! Gott weiß,Das Herze blutet mir, ihn so zu zwingen.

Tempelherr.Ich bitt' Euch, Daja, setzt mich kurz und gutAus dieser Ungewißheit. Seyd Zhr aberNoch selber ungewiß; ob, was Zhr vorhabt,Gut oder Böse, Schändlich oder LöblichZu nennen: schweigt! Ich will vergessen, daßZhr etwas zu verschweigen habt.

Daja.

Das spornt

Anstatt zu halten. Nun; so wißt denn: RcchaZst keine Jüdinn; ist ist eine Christinn.

Tempelherr, (kalt)So? Wünsch' Euch Glück! Hats schwer gehalten? LaßtEuch nicht die Wehen schrecken! Fahret jaMit Eifer fort, dcn Himmcl zu bcvölkcrn;Wenn Zhr die Erde nicht mehr könnt!