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2 (1838)
Entstehung
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297
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Nathaii der Weise.

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Zn meinem Leben wieder nie zu sehn

Bekommen würde. Denn ich hoft' cs zu

Dem lieben Gott. Der liebe Gott, der weiß

Wie sauer mir der Antrag ward, den ich

Dem Herrn zu thun verbunden war. Er weiß,

Ob ich gewünscht, ein offnes Ohr bey Euch

Zu finden; weiß, wie sehr ich mich gefreut,

Zm Znncrstcn gefreut, daß Ihr so rund

Das alles, ohne viel Bedenken, von

Euch wiest, was einem Ritter nicht gczicmt.

Nun kommt Ihr doch; nun hats doch nachgewirkt!

Tempelherr.Ihr wißt cs schon, warum ich komme? KaumWeiß ich cs selbst.

Klosterbruder.Ihr habts nun überlegt;Habt nun gefunden, daß der PatriarchSo Unrecht doch nicht hat; daß Ehr' und GeldDurch seinen Anschlag zu gewinnen; daßEin Feind ein Fcind ist, wcnu cr unser EngelAuch siebenmal gewesen wäre. Das,Das habt Ihr nun mit Fleisch und Blut erwogen,Und kommt, und tragt Euch wieder au. Ach Gott!

Tempelherr.Mein frommer, lieber Mann! gebt Euch zufrieden.Deswegen komm' ich nicht; deswegen willIch nicht den Patriarchen sprechen. Noch,Noch denk' ich über jenen Punkt, wie ichGedacht, und wollt' um alles in der WeltDie gute Meynung nicht verlieren, derenMich ein so gradcr, frommer, lieber MannEinmal gcwürdigct. Ich komme blos,Dcn Patriarchen über eine SacheUm Rath zu fragen...

Klosterbruder.Ihr dcn Patriarchen?Ein Ritter, einen Pfaffen? (sich schiichlmi umscheud,)5