Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
298
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Nathan der Weise.

Tempelherr.

Za; die Sach'

Ist ziemlich pfäffisch.

Klosterbruder.Gleichwohl fragt der PfaffcDen Ritter nie, die Sache sey auch nochSo ritterlich.

Tempelherr.Weil er das Vorrecht hat,Sich zu vcrgchn; das unser einer ihmNicht sehr beneidet. Freylich, wenn ich nurFür mich zu handeln hätte; freylich, wennIch Rechenschaft nur mir zu geben hätte:Was braucht' ich Eucrs Patriarchen? AberGewisse Dinge will ich lieber schlecht,Nach andrer Willen, machen; als alleinNach meinem, gut. Zudem, ich seh nun wohl,Religion ist auch Parthey; und werSich drob auch noch so unpartcyisch glaubt,Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seinerDie Stange. Weil das einmal nun so ist:Wirds so wohl recht seyn.

Klosterbruder.

Dazu schweig' ich lieber.Denn ich versteh den Herrn nicht recht.

Tempelherr.

Und doch!(Laß sehn, warum mir eigentlich zu thun!Um Machtspruch oder Rath? Um läutern, oderGelehrten Rath?) Ich dank' Euch, Bruder; dank'Euch für den guten Wink. Was Patriarch?Seyd Ihr mein Patriarch! Zch will ja dochDen Christen mehr im Patriarchen, alsDen Patriarchen in dem Christen fragen.Die Sach' ist die...

Klosterbruder.Nicht weiter, Herr, nicht weiter!

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