Nathan der Weise.
Tempelherr.
Za; — die Sach'
Ist ziemlich pfäffisch.
Klosterbruder.Gleichwohl fragt der PfaffcDen Ritter nie, die Sache sey auch nochSo ritterlich.
Tempelherr.Weil er das Vorrecht hat,Sich zu vcrgchn; das unser einer ihmNicht sehr beneidet. — Freylich, wenn ich nurFür mich zu handeln hätte; freylich, wennIch Rechenschaft nur mir zu geben hätte:Was braucht' ich Eucrs Patriarchen? AberGewisse Dinge will ich lieber schlecht,Nach andrer Willen, machen; als alleinNach meinem, gut. — Zudem, ich seh nun wohl,Religion ist auch Parthey; und werSich drob auch noch so unpartcyisch glaubt,Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seinerDie Stange. Weil das einmal nun so ist:Wirds so wohl recht seyn.
Klosterbruder.
Dazu schweig' ich lieber.Denn ich versteh den Herrn nicht recht.
Tempelherr.
Und doch! —(Laß sehn, warum mir eigentlich zu thun!Um Machtspruch oder Rath? — Um läutern, oderGelehrten Rath?) — Ich dank' Euch, Bruder; dank'Euch für den guten Wink. — Was Patriarch? —Seyd Ihr mein Patriarch! Zch will ja dochDen Christen mehr im Patriarchen, alsDen Patriarchen in dem Christen fragen. —Die Sach' ist die...
Klosterbruder.Nicht weiter, Herr, nicht weiter!
««