Rathan der Weise.
Sittah.Sich doch, was ich hier,Indem mir so mein alt Geschmeide durchDie Hände gebt, gefunden, (ihm ein klein Gemählde zeigend.)Saladin .
Ha! mein Bruder!Das ist er, ist er! — War er! war er! ah! —Ah wackrer lieber Zunge, daß ich dichSo früh verlor! Was hätt' ich erst mit dir,An deiner Seit' erst unternommen! — Sittah,Laß mir das Bild. Auch kenn' ichs schon: cr gabEs deiner älter» Schwester, seiner Lilla,Die eines Morgens ihn so ganz und garNicht aus den Armen lassen wollt'. Es warDer letzte, den cr ausritt. — Ah, ich ließIhn reiten, und allein! — Ah, Lilla starbVor Gram, und hat mirs nie vergeben, daßIch so allein ihn reiten lassen. — ErBlieb weg!
Sittah.Der arme Bruder!
Laß nur gutSeyn! — Einmal bleiben wir doch alle weg! —Zudem, — wer weiß? Der Tod ists nicht allein,Der einem Jüngling seiner Art das ZielVerrückt. Er hat der Feinde mehr; und oftErliegt der Stärkste gleich dem Schwächsten. — Nun,Sey wie ihm sey! — Ich muß das Bild doch mitDem jungen Tempelherrn vergleichen; mußDoch sehn, wie viel mich meine PhantasieGetäuscht.
Sittah.
Nur darum bring' ichs. Aber gibDoch, gib! Ich will dir das wohl sagen; dasVersteht ein weiblich Aug am besten.