318 Rathan der Weise.
Nathan.Doch die alte Leyer wieder? —Mit einer neuen Saite nur bezogen,Die, fürcht' ich, weder stimmt noch hält.
Daja.
Wie so?
Nathan.
Mir wär' der Tempelherr schon recht. Ihm gönnt'Ich Rccha mehr als einem in der Welt.Allein... Nun, habe nur Geduld.
Daja.
Geduld?
Geduld, ist Eure alte Leyer nunWohl nicht?
Nathan.Nur wenig Tage noch Geduld!...Sieh doch! — Wer kömmt denn dort? Ein Klosterbruder?Geh, frag' ihn was er will.
Daja.
Was wird er wollen?
(sie geht auf ihn zu und fragt)Nathan.
So gieb! — und eh' er bittet. — (Wußt' ich nurDem Tempelherrn erst bcyzukommen, ohneDie Ursach meiner Neugicr ihm zu sagen!Denn wenn ich sie ihm sag', und der VerdachtIst ohne Grund: so hab' ich ganz umsonstDen Vater auf das Spiel gesetzt.) — Was ists?
Daja.
Er will Euch sprechen.
Nathan.
Nun, so laß ihn kommen;
Und geh indeß.