Dämon, oder dic wahre Freundschaft.
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Die IVittrve- Ich lasse mir es gefallen. Nur - > -Aisette. Hier kömmt Herr Dämon. Lassen sie mich einmal mitihm alleine, ich will ihn aushöhlen.
Der zweyte Allstritt.
Äsette. Dämon-
A.isette. Ihre Dienerinn, Herr Dämon. Sie scheinen mir je-manden zu suchen. Wer ist es?
Dämon- Leander hat mich hier erwarten wollen. Habt ihr ihnnicht gesehen?
Kriselte. Nein. Nun - - Aber müssen sie denn deswegen gleichwieder fort gehen? Verziehen sie doch einen Augenblick. Wird ihnendie Zeit schon zu lang, daß er ihnen nicht gleich seine siisscii Träumeder Freundschaft vorplaudern soll? Wenn sie nur deswegen etwa her-gekommen sind angenehme Lügen und entzückende Gedanken von ihremFreunde zu hören; verziehen sie, verziehen sie, ich will es so gut ma-chen, als er. Seit sie und Herr Leander einander hier angetroffen,schallen ja alle Wände von dem Lobe der Freundschaft wieder; ich werdedoch wohl was behalten haben.
Dämon. Diese Spöttercycn geschehen auf Unkosten meines Freun-des. Sie müssen mir nothwendig zuwider seyn. Wenn ich bittendarf, schweigt!
Aisette. Ey! sonst jemand möchte bey solchen Umständen schwei-gen. Ueberlegen sie es doch nur selbst. Sie sind in dem Hause einerjungen liebenswürdigen Wittwe. Sie lieben sie. Sie suchen ihre Ge-genliebe. Aber, mein Gott! auf was für eine besondre Art! EinFreund macht sie in ihrem Antrage schüchtern. Sie wollen ihn nichtbeleidigen. Ihre Liebe ist viel zu schwach, seine ungegründeten Vor-würfe zu erdulden. Sie wollen es lieber mit ihrer Liebsten, als mitihrem Freunde verderben. Je nun, möchte es doch noch endlich seyn,wenn der andre nur nicht eben so ein Grillenfänger wäre.
Dämon. Unsre Aufführung darf eurer Frau gar nicht seltsamvorkomme». Sie weis unsrer beyder Neigung. Wir haben uns ihrbeyde erklärt, ehe wir wußten, daß wir ihr einerley erkläret hätten.Wir bestreben uns, aufrichtige Freunde zu seyn. Wäre es also nichtunbillig, wenn ich dem Leander, oder Leander mir, durch ungestümes