Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
440
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440 Wcibcr sind Weiber,

mit einander leben, als ich nimincrmchr mit meiner Frau gelebt habe.

Ich wollte dich zu meiner AnSgcberin machen--

Lusette. llnd der Einnehmer wollten sie bleiben. Für das Amtbedank ich mich.

Hr. Seit- Ach, du willst mich nicht verstehen. Aber nim dochnur dein Bißchen Verstand zu sanuncn, siehst du denn nicht, daß dudir selber im Lichte stehest? Wann du fein meine Tochter selbst zu ei-ner neuen Heyrath bereden wolltest, so bliebst du ja hernach allcincim Hanse---

K.isctte- llnd das mag ich eben nicht.

-Hr. Seit. So? Tu hättest die ganze Wirthschaft alsdann selberzu führen, und ich wollte dir es nicht übel nehmen, wann du dir ei-nen Pfennig dabey sammcltcst. Ich wollte dir so gar deinen Lohnverdoppeln--

^.isctte. So? Das ist, wenn ich mich jczo nur manchen Tagnicht satt essen kan, so wollten sie mich wohl alsdann ganze Wochen hun-gern lassen, und wenn ich jczo ganze Monate auf meine Bezahlung war-ten muß, so wollten sie mich alsdann wohl ganze Jahre lanrcn lassen.

'Hr. Selc. Bist du nicht ein gottloses Rabenaas! Mir solch Zeugins Gesichte zn sagen? Wenn es auch wahr wäre, muß mir es denn

der Alb--Aber ich will dirs das mal noch verzeyhcn. Komm

her, küsse mir die Hand dafür.

L.isette. Gcdnlt einen Augenblick, ich will nur erst ihre Töchterdarzuhohlen. (sie thut als wollte sie weggchn)

Hr. Seit. Bist du rafend? Bleib da! Bleib da!

Ä.isette. Soll ich ihnen die Hand nicht küssen? Ich thue alles,was ich thue, gern vor aller Welt.

Hr. Seit. Uno ich nicht. Wer weiß was meine Tochter den-ken könnten, wenn du mir die Hand küßtest.

K.isette. Sollten sie etwas dabey denken können? Aber könnteich nicht auch was dabey gedenken, daß ich es nicht in Gegenwartihrer Töchter thnn soll?

-Hr. Seit- Desto besser, wenn du was dabey gedenkst, wann dunur das rechte gedenkest. Aber schweig, laß dir nichts merken, HerrWohlklang kömmt

/Usctte- Ha, ha! Ihr Herr o. d. v. l. x.