442 Wcibcr sind Weiber.
daß die Kirche davon erschittcrtc, und die einen Tackt schlagen konn-ten, daß die Schüler Beulen und Löcher im Gesichte, und ans demKopfe davon trugen.
-Hr. Seit. Ja, ja, und der Cantor, bey dem ich in meiner Ju-gend sollte singen lernen--
Hr. Nlohlklang. Ach, mit ihrem Cantor. Sie haben ja meineSymphonien und Concerts gehört. Können sie denn daraus nicht zurEnüge urtheilen, daß ich ein Virtuose bin? Wann ich sagte, daß ichin einer Kapelle in ganz Europa , jemals dergleichen gehöret hatte, somüsie ichs als ein ehrlicher Mann lügen.
^r. Seit. Nu, nu, was ihre Symphonien anbelangt, die willich nicht tadeln. Ich glaube, sie werden sie im Himmel nicht besser haben.
-Hr, IVohlr'lang. Und meine deutliche, gründliche, und überzeu-gende Lehrart --- ^
-Hr. Sclt. Ah die — die — — Davon weiß ich am besicn jnsagen. Wen» ich bedenke, was ich vor ein unwissender Kerl vordemin der Musick gewesen bin, und wie weit sie mich in kurzer Zeit ge-bracht haben--Tcr Henker!---Ich muß mich schämen,
--drum denke ich nicht einmal gerne dran — — Ich wußte
nicht einmal wie viel Töne waren--Weißt duS, Lisctte?
Äsette. Ich? Ich mags nicht wissen.
-Hr. Seit. Ach, daß Gott ! Auch nicht, was eine Tertie ist?
K.isette. Auch nicht.
Hr. Selt. Pfuy, schäme dich! Aber weißt du denn wie vielNiertheil auf ein Ganzes gehn?
Aisette. Wissen sie, wie vicl zehn Gebothe sind?
-Hr. Selt- Auch das weist du nicht! Du bist ja dümmer, alsein Vieh. Ja, nu sich, so sind die Leute, die die Musick verachte».Herr Wohlklang, was geb ich ihnen, sie sollen mein ganzes Haus iu-formiren. Mich und meine Töchter, Knechte und Mägde---
L.isette. Hund und Katze--
-Hr. Selt. Den» ich glaube nicht, daß cS ein ehrlicher Haußva-tcr vor Gott und der Welt vcraittwortc» ka», wenn er die seinigcnin einer solchen erbärmlichen Unwissenheit stecken läßt. Was verlan-gen sie? sagen sie--
-Hr. MolMang. Sie dürffen sich ja nur gütigst an das erinnern,