Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
449
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Weiber sind Weiber. 449

Aabrax. Ha! Ha! Ich merk es, ich mcrk es. Sie wollen wascrnsthaftcrs habe». Hier hab ich---

-Hr. Seit- Nein doch. No» ihren Siebensachen mag ich garnichts sehn. Lassen sie mich reden, und hören sie was ich will

---Ja, aber wo fang ich an? Welches sag ich ihm zn erst?

Daß er Geld verdienen kan? oder daß ich ihn zn einem Schelmen-streiche brauchen will? Doch ich will ihn vorher ein wenig aushöhlen--Sind sie ein ehrlicher Mann? Antworten sie.

^abrax. Beynahe sollte ich ans der Frage schließen, daß sie daranzweiffclten.

-Hr. Selt. Ey, nein Narre, antworten sie fein kurz nnd gnt.Mit einem Worte- Ja oder Nein. Sind sie ein ehrlicher Mann?Ä.Kbrax. Znm Henker! das dachte ich.

-Hr. Selt. Soll das so viel heißen als Ja oder Nein? Siekönnten wohl, wer weiß was von sich denken. Muß eS denn wahrseyn? Antworten sie, wie ich es haben will: mit Ja, oder mit Nein.So kan ich doch wissen woran ich bin. Ich frage sie noch einmal:sind sie ein ehrlicher Mann?

Z.abrax. Ja.

^r. Selt. Sind sie einer?

Aabrax. Ja. Ja.

-Hr. Selt. Sind sie einer?

Aabrar. Beynahe sollte ich glauben, daß sie es lieber sähen, wennich sagte, ich wäre ein Schelm?

^r. Selt. Wenn sie also ein ehrlicher Mann sind, so packen siesich nur wieder ihrer Wege. Die vcrjweiffeltcn ehrlichen Leute! Wennman sie braucht, so fiudt man sie nicht, nnd wenn man sie mit La-ternen suchte; wenn man sie aber nicht braucht, so stößt man allerOrten an einen an. Gehen sie nur, gehen sie! Wir werden nichtsmit einander anfangen können. Pfuy, über so einen Dummkopf, derdie ganze Welt, und ich weiß nicht was noch mehr will gesehn ha-ben; und nicht einmal die unnütze Tugend zu rechter Zeit an Nagelzu hengen gelernt hat. Ihre narrische Antwort bringt sie um einenGewinnst von etlichen Ducatcn.

L-abrax. Ey, mein Herr, erzürnen sie sich nicht. Ihre Fragewar zu verfänglich, als daß ich anders darauf hätte antworten kön-nen. Sagen sie mir nur ohne Scheu, mit was kann ich die etlichen

L-ssings Werke n 29