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Wciber sind Weiber.
Dncaten verdienen? Denn meine Redlichkeit ist nicht von der bäuer-schen, groben, und unbiegsamcn Art. Sie ist gefällig, verbindlich,kurz in die meisten Sättel gerecht.
-Hr. Selr. Ja, wenn ich ste nun just auf einen Sattel setzenwollte, dem ste nicht gerecht wäre? Nein, nein, mit der Redlichkeitkan ich jetzo nichts zu thun haben. Deutsch zu reden, ich brauche jctzoeinen M<inn, der gar keine besitzt, und dessen Gewissen einen und denandern unerlaubten Streich verdauen kann.
Akbrar. Ohne mich zn rühmen, Herr Seltenarm, daß ich allediese Eigenschaften besitze, so glaube ich doch, sie werden an mir ihrenMann finden können.
'Hr. Selr. Sie glauben es, und ich glaub es nicht. Sie sindja ein ehrlicher Mann? Wicdcrrnffen sie denn ihr Gcständniß?
Aabrar. O >v"6 vor ein innerlicher Kampf von Gewinnsuchtund Shre, von Philosophie nnd Hunger! Der Sieg ist zweifelhaft.Beyde Theile streiten noch mit gleichen Kräften und mit gleichem Glück.
Aber wie--- was empfind ich---Die Gewinnsucht wird
matt---sie weichet--die Ehre dringt nach---Jezt wird
sie fliehen — — sie fliehet. Die Ehre verfolgt sie mit siegrischcn
Waffen: aber der Hunger--der Hunger kämpft noch, nnd wird
bald beyden den Sieg schwer machen. Aber wie?
Die beyderseitige Ueberredung.
Ein Schäfcrspicl.
t. Aufzug.
1. Auftritt.
Thcstylis. Sylvia.Sie begegnen sich beyde sehr früh. Thcstylis ist von ihrem Lieb-haber bestellt, und Sylvieu lockt die Schönheit der Natur so frühheraus. Jene fängt an die Liebe zu preisen, uud diese die Sprödig-keit. Ss gelingt beyden, daß die eine die andre überredet. Die ver-liebte Thcstylis wird geneigt spröde zu werden, und die spröde Sylviewird geneigt, zu lieben. Sylvie verläßt ihre Gespielin nachdenkend.