Die glückliche Erbin.
in allen Stücken blindlings; er traute Ihnen sogar mehr, alsseinen nächsten Blutssrcunden. Narrhcit an Narrheit! ?>c>l'ecunclo, mein Bruder — oder damit ich den Nichtswürdigcnnicht mehr meinen Bruder nenne — Pancraz ist als ein Narrgestorben. Ich sage nicht, er ist in einer Narrhcit gestorben;das wäre zu wenig; denn in einer Narrhcit stirbt mancher klugeMann. Sondern ich sage: alles war Narrhcit, was cr vorscincm Tode und in Absicht auf seinen Tod that. Er machteein Testament, und hätte keines zu machen gebraucht. Dasmüssen alle Menschen erkennen; nur die Juristen ausgenommen,die von solchen Narrhcitcn leben. Denn wozu ein Tcstamcnt,da cr eine einzige leibliche Tochter hinterläßt, die nothwendigseine Erbin seyn muß? Wollen Sie sagen, wegen der Vor-mundschaft? Vormund, von Gott und Rechts wcgcn, wäre ichgewesen, als der nächste Anverwandte. Und wäre ich Vormundgeworden, so hätte ich schon darauf sehen wollen, daß auchVetter Jochen, dem cr bey Lebzeiten immer viel versprach, undwenig hielt, sein Glück dabey gemacht hätte. Die Tochter hätteihn müssen hcyrathcn.
Joachim Wird sic mich nun nicht hcvrathen, Hcrr Vet-ter? Sie muß mich heyrathen; sie muß. Denn wenn ich ge-wußt hätte, daß sie mich nicht heyrathen wollte, so hätte ichmich fein mit Pachters Liesen nicht gezankt.
Panln-g, Sey stille, Zochcn! — Aber wenn cr nun auchein Testament mit aller Gewalt hätte machen wollen, muß crdcnn ein so wahnwitziges machen? Ein so unsinniges, als nim-mermehr einer, der im Tollhausc an dcr Kcttc stirbt, hättemachen können?
Araspe- Ich wnndrc mich über meine Geduld, Sie anzu-hören. Sie wird gewiß ausrcißcn, wenn Sic ihre unvernünf-tige Hitze —
Pannrg. Meine Hitze? Es wäre Ihr Unglück, wenn icherst hitzig würde. Man kann nicht bey kälterm Blute seyn, alsich bin. Ich sage alles mit dem ruhigsten Gemüthe. Za, ja!So närrisch ist im Tollhausc kcincr gestorben, als mein Brudergestorben ist. Man dcnke nur! Seine Tochter soll scinc Uni-versalcrbin nicht anders, als unter der Bedingung seyn, daß sic