Die glückliche Erbin.
den Herrn Araspc hcyrathct. Und das ist der Herr Araspc!Der armselige Ehckricpcl hier, der schon selbst erwachsene undvcrhcyrathcte Kinder hat, der. chstcr Tage Großvater werdenwird, den soll ein frisches Mädchen von zwanzig Jahren hey-rathcn, wenn sie nicht will so gut, als enterbt, seyn.
Araspe- Warten Sie doch nur, bis sie es thut. WissenSie denn schon Zuliancns Gesinnungen? Sie sollten über dieseharte Last, die ihr ihr Vater aufgelegt hat, eher freudig alsvcrdrüßlich seyn. Denn was sagt das Testament weiter? „Zm„Fall aber meine Tochter einen andern hcyrachcn wollte, will„ich zu meinem Universalerben meinen Bruder, den Herrn Pa-„nurg, und meinen Netter Joachim erklärt haben, welche mci-„ncr Tochter von meiner ganzen Vcrlasscnschaft, nicht mehr als„zehn tausend Thaler zur Aussteuer abzugeben gehalten seyn„sollen." — So heißt es im Testamente! Sollte man nunnicht vielmehr glauben, der Tcstator habe mir nur deswegenseine Tochter zur Frau bestimmt, damit er Zhncn auf eine guteArt sein ganzes Vermögen zuwenden könne? Ohne Zweifel,daß er den Ungehorsam seiner Tochter für schon gewiß gehal-ten hat. —
Panurg. Ey, großen Dank! Sie wird nicht ungehorsamseyn; ich weiß gewiß, sie wird nicht. Denn heut zu Tage sinddie Mädchen bey weitem nicht mehr so dclicat, als wir sie inden alten Romanen finden. Ein alter Mann mit Gelde, undein junger Mann ohne Geld, das sind jetzt gar nicht mehrDinge, unter welchen ihnen die Wahl schwer fiele. Sie neh-men, wenn es seyn muß, jenen ohne Bedenken, im festen Vor-sätze, ihn auch ohne Bedenken zum Hahnrcy zu machen. Dahaben Sie ihr Prognostikon, Araspc! Schade, daß ich nichtdas Werkzeug dazu seyn soll! Ha! ha! ha! — Aber ich binwohl nicht klug, daß ich darüber lache. Das Glück wäre fürSie noch viel zu groß, wenn Sie von einem Mädchen, wieZuliana ist, zum Hahnrcy gemacht würden. So weit muß esnicht kommen! Es muß gewiß so weit nicht kommen! DasTestament kann nicht anders als für null und nichtig erklärtwerden; und zwar cbcn deswegen, weil es so unsinnig ist; dennseine Unsinnigkcit ist cin Beweis, daß der Tcstator nicht bey
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