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2 (1838)
Entstehung
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Die gluckliche (5rbiu.

Verstände gewesen. Ein Mensch aber, der nicht bey Verständeist, kann nicht tcstiren. Wissen Sie das noch nicht? Er kannnicht tcstiren. Und ex koc espil^e will ich klagen. Abergesetzt

Joachim. ?olil<i lecl non concessn, sagt der Lateiner.Panurg. Halt dns Maul, wenn ich rede! Aber gesetzt

Sie sehen, Araspc, ich rede mit vieler Ucbcrlcgung Ge-setzt, sag ich, ich käme damit nicht fort, daß mein Bruder beydem Tcstiren seines Verstandes nicht mächtig gewesen; gesetzt,das Gegentheil würde erwiesen, wie sichs gehört: je nun, destoschlimmer für Sie! Ein unsinnigcs Testament ist da; der Tc-stator ist nicht unsinnig gewesen, er kann das unsinnige Testa-ment also auch nicht gemacht haben. Was folgt nun hieraus?Es muß untergeschoben seyn. Und von wem muß es unterge-schoben seyn? Von dem, der den meisten Vortheil dabey habenwürde; von Ihnen.

Araspe. Sie reden mit vieler Ucbcrlcgung?

Pannrg. Und zugleich mit Einsicht. O ich bin durch dieSchulen durch. Ich weiß es aus der Erfahrung, wie derglei-chen Sachen laufen können. Und wissen Sie, was ein Falsa-rius für Strafe zu erwarten hat? Sie werden sich noch zu gra-tulircn haben, wenn Sie dcn Galgen abkauffcn können. DerNotarius aber, der sich dazu hat brauchen lassen, der muß dranglauben. Da ist keine Gnade! Er muß hängen; und ich sehihn, ich sehe ihn schon hängen.

Araspe. (lächelnd.) Der arme MannI

Panurg. Sie lachen noch? Nun hab ich genug. An demRande seines Verderbens zu lachen

Joachim. ?er rilum muUum

panurg. IVim! Wo du noch einmal reden wirst, Zunge

Hören Sie, Araspc, damit ich zcige, daß ich Mcnschcnlicbchabe, und daß ich einmal Zhr guter Freund gewesen bin; ent-sagen Sie sich im guten aller Ansprüche auf die Vcrlasscnschaftmeines Bruders. Wenn Sie das wollen, so wollen wir dcnganzen Plunder bcgrabcn; ich will nichts aufrührcu, sondernzufrieden seyn, daß Zulianc dic einzige Erbin c^,-,li .--b inteltstobleibe, nur mit der Bedingung, daß sie Vetter Zochen hcyrathet.