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Die gluckliche (5rbiu.
Verstände gewesen. Ein Mensch aber, der nicht bey Verständeist, kann nicht tcstiren. Wissen Sie das noch nicht? Er kannnicht tcstiren. Und ex koc espil^e will ich klagen. Abergesetzt —
Joachim. ?olil<i lecl non concessn, sagt der Lateiner.Panurg. Halt dns Maul, wenn ich rede! — Aber gesetzt
— Sie sehen, Araspc, ich rede mit vieler Ucbcrlcgung — Ge-setzt, sag ich, ich käme damit nicht fort, daß mein Bruder beydem Tcstiren seines Verstandes nicht mächtig gewesen; gesetzt,das Gegentheil würde erwiesen, wie sichs gehört: je nun, destoschlimmer für Sie! Ein unsinnigcs Testament ist da; der Tc-stator ist nicht unsinnig gewesen, er kann das unsinnige Testa-ment also auch nicht gemacht haben. Was folgt nun hieraus?Es muß untergeschoben seyn. Und von wem muß es unterge-schoben seyn? Von dem, der den meisten Vortheil dabey habenwürde; von Ihnen.
Araspe. Sie reden mit vieler Ucbcrlcgung?
Pannrg. Und zugleich mit Einsicht. O ich bin durch dieSchulen durch. Ich weiß es aus der Erfahrung, wie derglei-chen Sachen laufen können. Und wissen Sie, was ein Falsa-rius für Strafe zu erwarten hat? Sie werden sich noch zu gra-tulircn haben, wenn Sie dcn Galgen abkauffcn können. DerNotarius aber, der sich dazu hat brauchen lassen, der muß dranglauben. Da ist keine Gnade! Er muß hängen; und ich sehihn, ich sehe ihn schon hängen.
Araspe. (lächelnd.) Der arme MannI
Panurg. Sie lachen noch? Nun hab ich genug. An demRande seines Verderbens zu lachen —
Joachim. ?er rilum muUum —
panurg. IVim! Wo du noch einmal reden wirst, Zunge
— Hören Sie, Araspc, damit ich zcige, daß ich Mcnschcnlicbchabe, und daß ich einmal Zhr guter Freund gewesen bin; ent-sagen Sie sich im guten aller Ansprüche auf die Vcrlasscnschaftmeines Bruders. Wenn Sie das wollen, so wollen wir dcnganzen Plunder bcgrabcn; ich will nichts aufrührcu, sondernzufrieden seyn, daß Zulianc dic einzige Erbin c^,-,li .--b inteltstobleibe, nur mit der Bedingung, daß sie Vetter Zochen hcyrathet.