Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
486
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Die glückliche Erbin.

scn. Es ist nicht alles Gold, was glänzet. Wir haben einengroßen Credit, wir haben große Kapitale; aber wir haben auchgroße Schulden! Wie gut ist es, daß nunmehr alles in seinerOrdnung bleibt, und unsre Handlung, unter ihrem alten Na-men, mit gleichem Nachdrucke fortgeführet werden kann!Aber was ist das? Warum sprichst du nicht? Du siehstgen Himmel? Du seufzest? Gönnest du mir mein Glück nicht?Oder befürchtest du, ich möchte in einer neuen Ehe weniger aufdeine Versorgung bedacht seyn ? Fürchte nichts, mein Sohn. Duweißt, wie sehr ich dich liebe; ich denke weniger an mich selbst,als an dich; und wenn ich zu einer zweyten Verbindung schreite,so thu ich es, weil ich muß, und mehr um deine Umstände zuverbessern, als etwa einer mir nunmehr unanständigen Neigungzu willfahren. Suche dir ein Frauenzimmer, das dir gefällt;hier hast du meine Einwilligung im Voraus. Du sollst, sobald du willst, dein eigner Herr seyn. Mein Eidam, das Stu-tzcrchcn, soll mir aus dem Hause, sammt meiner närrischen ei-fersüchtigen Tochter. Zst dir auch deine Stiefmutter Julianelästig, so will ich mich mit ihr aufs Land begeben, und dichallein hier lassen. Was willst du mehr? Kann dein Vatermehr für dich thun ? Drum sey auch wieder heiter und fröhlich,mein Sohn. Erwicdrc die Liebe deines Vaters mit Liebe..Mein Blut wollte ich für dich vergießen.

-L.elio. Liebster Vater, Sie lieben mich mehr, als ich ver-diene, überhäufen mich mit Wohlthaten über Wohlthaten. Zcherkenne es mit kindlichstem Dank. Befehlen Sie über michganz: aber ein innerlicher Kummer drückt mich nieder, und ichkann nicht so heiter seyn als Sie verlangen.

Araspe- Woher kommt das aber? Du bist ja nicht me-lancholischen Temperaments; bist ja sonst vergnügt und lustiggewesen. Wie du immer spaßtest und mich aufheitertest! Undnun aus einmal ein ganz anderer Mensch!

F.elio, (vor sich) Zch muß schon einen Vorwand ersinnen,um ihn zu beruhigen. Zch will es Zhncn sage», liebster Va-ter, der Tod des alten Pancraz geht mir nahe, will mir garnicht aus dem Sinn, bringt mich aus die Betrachtung des kur-