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Klconnis.
Er fällt; cr stirbt! — Und ungerächct? Nein.90 Philäus fort! Ich kenn den Mörder! Komm!
Philäus.Wenn wird die kalte, ruhige VernunftDie sanfte Stimm erheben dürfe»? IchDein Unterthan, doch jetzo mehr dein Freund,Weil leicht den tadclsüchtgcn UnterthanDes Königs Schwachheit ärgert. — Ich, dein Freund,Der dein zur Liebe so geschaffnes HerzZu schätzen weis, verlange —
EuphaeS.
WaS du willst!Nur das verlange nicht, zu strenger Freund,Daß auf der Furcht und Hoffnung Wogen ich100 Mich uncrschüttcrt halten soll.
Philäus.
Das nicht!
Doch wanns in deinem mächtgcrn Willen steht,Daß diese Wogen, dieser innre SturmSich folgsam legt; dann kann ich doch von dirVerlangen, nicht dein eigner PeinigerZu seyn?
öuvhacs.Mein eigner Pciniger?
Philäus.
Gewiß!
Jetzt wäge sie, die Gründe deiner FurchtMit deiner Hoffnung Gründen ab! Wie leichtSteigt jene Schaal empor! Wie schwer drückt dieHernieder!
Euphacs.
Wann cr bleibt, wann ihn so jung--
Philäus.
110 So jung? Wen liebt das Glück vcrbuhlter, alsDen dreisten und von seiner Tücke nochUnabgcschreckten Jüngling?