Der Schlaftrunk.
mal »m Vergebung bitten. Du sollst ja nicht glauben, daß ereine andere Gesellschaft der deinigcn vorgezogen. Sondern ermuß bey dem Vater bleiben, den ihr uns heute ein wenig sehrunwillig nach Hause geschickt habt.
Charlotte. So, Lucindc? Hat dein Bruder zu Fincttcn,oder zu mir kommen wollen?
L.ucinoe. Eigentlich, wohl zu dir. Aber da du ihn nichterwartet hast: so wäre es lächerlich, ihn bey dir zu entschuldi-gen. Ich entschuldige ihn da, wo er die Entschuldigung braucht.— Indeß, Finctte, hat er doch versprochen, mich wieder ab-zuholen.
Charlotte. Hat er das?
Ä.ucinde- Und ihr werdet euch noch sehen, Finctte, obgleichein wenig spät, obgleich nur auf einen Augenblick —
Charlotte- Sage mir, Finctte, hast du draussen nichtszu thun?
Fmette. Alle Hände voll —
Charlotte. Nu, so thu mir den Gefallen und geh. —Wenn Lucindc niemanden hat, mit dem sie ihre Possen übermich treiben kann, wird sie wohl ernsthaft werden. — Ich bittedich, geh!
Ainette. (zu Lucindc») Soll ich?
lucindc- Geh nur, und nimm meine Possen mit.
Zweyter Auftritt.Lucindc. Charlotte.Charlotte. Nun, liebe Lucindc —
A.ucinoe- (in einem affektirtcn ernsthaften Tone, mit vielen Verbeu-gungen.) Aber, Madcmoiscll, ich habe noch nicht die Ehre ge-habt, dem werthesten Herrn Richard mein Kompliment zumachcn —
Charlotte. Er ist nicht zu Hause, Lucindc —Aucinoe. Ey, das bctaurc ich ja recht sehr —Charlotte. Gewiß?
Ä.ucmde. Ganz gewiß, Madcmoiscll. — Abcr cr kömmtdoch bald nach Hause?
Charlotte- Vor zehn Uhr schwerlich.